Frankfurt am Main. Der Frühling ist endlich da: Die Temperaturen steigen und die Hessen zieht es wieder verstärkt nach draußen – sei es zum Grillen oder zum Sport. Doch auch bei strahlendem Sonnenschein lauern Grippe- und Erkältungsviren in der Luft. Im Sommer ist der Körper sogar besonders anfällig für Krankheitserreger, warnt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen. “In der warmen Jahreszeit wird das Immunsystem durch zu lange Sonnenbäder, verschwitzte Kleidung und den Wechsel zwischen Hitze und Kälte, zum Beispiel durch klimatisierte Innenräume, extrem strapaziert”, erklärt Dr. Thomas Ruprecht, Arzt bei der TK.
Wer auf seine Körpertemperatur achtet, kann das Ansteckungsrisiko erheblich reduzieren. “Weil die Hitze das Immunsystem schwächt, sollte das erste Sonnenbad im Jahr nicht länger als 15 Minuten dauern. Der Körper kann das Wechselbad zwischen Heiß und Kalt nur schwer verarbeiten”, sagt Ruprecht. Der Arzt empfiehlt deshalb auch bei sinkenden Temperaturen abends im Freien einen Pullover überzuziehen sowie in Innenräumen und im Auto die Klimaanlage nicht zu kalt einzustellen. “Auch wer sich zu lange in kaltem Wasser aufhält, riskiert eine Erkältung, weil der Körper zu stark auskühlt.” Nasse und verschwitzte Kleidung sollte immer schnell gewechselt werden.
Auch viel zu trinken helfe dem Immunsystem im Sommer bei der Virenbekämpfung. Rund zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag seien laut Ruprecht ideal. “Auf zu kalte Getränke sollte allerdings verzichtet werden. “Auch wenn einem nach Erfrischungsgetränken mit Eiswürfeln zumute ist, freut sich der Körper eher über einen warmen Tee, da er dann nicht zusätzlich arbeiten muss, um den Temperaturunterschied auszugleichen.” Auch eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse mache das Immunsystem fit. Wer ausreichend schlafe und dreimal pro Woche für etwa 40 Minuten Sport treibe, schütze sich noch besser gegen Erkältungen.
Wurde man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen von den Viren kalt erwischt, sollte man sich viel Ruhe gönnen und viel Flüssigkeit wie Wasser und Kräutertee trinken. “Wer gleich bei den ersten Anzeichen ein heißes Vollbad nimmt, hat gute Chancen, die Virenvermehrung einzudämmen. Dazu muss man allerdings fieberfrei sein”, erklärt der TK-Arzt Ruprecht. Schleimlösend und desinfizierend wirken heiße Wasserdampfbäder mit Zusätzen wie Kochsalz und Kamille, die man inhaliert. “Ein altes Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden sind auch warme Wickel. Bei Halsschmerzen kocht man dafür ungeschälte Kartoffeln, legt sie noch warm in ein Tuch, zerdrückt diese darin und wickelt es zusammen gerollt für etwa 30 Minuten um den Hals.”