Fulda (mb). Als äußerst wichtig und gleichzeitig ein „Geschenk“ bezeichnete Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen den intensiven, fruchtbaren  Gedankenaustausch zwischen Ärzten, Moraltheologen sowie dem Vorstand des Klinikums Fulda während eines Gesprächs im Bischofshaus. Anlass war ein Gastkommentar des Bischofs zur Organspende in der Fuldaer Zeitung.  An der Gesprächsrunde nahmen die Direktorin der Medizinischen Klinik III (Nephrologie), Prof. Dr. Marion Haubitz, der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Prof. Dr. Tilman Kälble die beiden Klinikvorstände Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel und Dietmar Pawlik sowie die Moraltheologen Prof. Dr. Rupert Maria Scheule und Prof. Dr. Peter Inhoffen teil.
Diskurs anregen
Fuldas Oberhirte hob die Bedeutung der Organspende als eine „große ethische Leistung“ hervor. Der Kommentar habe zum Diskurs über Fragen im Zusammenhang mit der Organspende anregen, nicht aber für Verunsicherungen bei Betroffenen sorgen sollen, stellte Algermissen unmissverständlich klar. Zuvor hatten sowohl Prof. Haubitz als auch Prof. Kälble und Dr. Menzel die Gefühlslage Transplantierter und Angehöriger von Organspendern geschildert und die grundsätzliche Position des Hauses zu Fragen der Organspende erläutert. Menzel betonte übereinstimmend mit Bischof Algermissen, dass Aufklärung und Transparenz bei diesem sensiblen Thema unbedingt notwendig seien. Betroffene brauchten Begleitung und Unterstützung, darin waren sich alle Teilnehmer der Gesprächsrunde einig. Dass ihm die Thematik ein besonderes Anliegen ist, machte Bischof Algermissen mit dem Hinweis deutlich, dass im Januar kommenden Jahres ein großes Ärztegespräch zu den Themenkreisen „Hirntod“ und „Organspende“ stattfinden soll. Gleichzeitig wurde besprochen, eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten, die die beiden Moraltheologen Prof. Scheule und Prof. Inhoffen vorbereiten. Dabei wird die grundsätzliche Anerkennung der Absicht, durch die Organspende leidenden oder gar lebensbedrohten Menschen zu helfen, eine wichtige Rolle spielen. Allerdings gibt es nach diesem ersten Gespräch noch deutliche Fragen und Differenzen zur ethischen Einschätzung des Hirntodkriteriums, die aufgearbeitet werden müssen.
Konstruktiver Dialog
Die Ärzte und Vorstände des Klinikums dankten Bischof Heinz Josef Algermissen für den zielführenden und konstruktiven Dialog, der im Sinne der Sache fortgesetzt werden soll.