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OMI-Jugend beschäftigte sich zur Fastenzeit mit letzten Worten Jesu

Hünfeld. Warum üben sich die Christen nach den fröhlichen Tagen der Fastnacht in Gebet, Fasten und Almosen geben? Bekannter weise erscheinen Glaubens- und Kirchenbelange dem ein oder anderen des Öfteren rätselhaft. Neu ist, dass die Kirche des Bonifatiusklosters den Besucher vor eben ein solches Rätsel setzt. Über dem Altarbereich, wo gewöhnlich das Kreuz hängt, ist derzeit ein großes lila Tuch mit dem beliebten Buchstabenspiel ‚Scrabble‘ zu sehen. In der Mitte prangt in weißen, überdimensionalen Lettern das Wort ‚Kreuzworte‘.

Das Kreuz, an dem Jesus von Nazareth nach Aussagen der Bibel auf rabiate Weise hingerichtet wurde, hat seit tausenden von Jahren für Christen eine wichtige Bedeutung und Erkennungsfunktion. Ein brutales Todesinstrument als christlicher Faszinationsträger wirft ohne Zweifel Fragen auf, ebenso wie jene Kreuzworte, die Jesus in seinen Todesstunden den Menschen gleichsam eines Testamentes überbracht hat. Wie ist es einem Menschen in tiefsten Qualen möglich, übermenschliche Worte hervorzubringen wie „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“?

Die Hünfelder Jugendgruppen der Oblatenmissionare haben sich in letzter Zeit mit diesen Rätseln auseinander gesetzt. Sie sind zu dem Ziel gekommen, dass jene Kreuzworte Jesu zwar mysteriös bleiben, gleichzeitig aber auch in heutigen Zeiten an ihrer Aktualität nicht verloren haben. So hat es sich die Jugend zur Aufgabe gemacht, Jesu letzte Worte am Kreuz ins Heute zu übersetzen. Neben der künstlerisch gestalteten Kreuzesszene, die auf sieben großen Schals zu den jeweiligen Worten Jesu abgebildet wird, laden verschiedene Symbole zur näheren Auseinandersetzung ein. Desweiteren haben Jugendliche der OMI-Bewegung die Szenen des Kreuzweges aktualisiert dargestellt. Fotographien dieser Aktion befinden sich verteilt im Kirchenraum. „Verlassenheit, Scheidung, Essstörung, und Markenzwang sind aktuelle Kreuzwegstationen, die Jugendliche heute erleben.“ so der Jugendseelsorger Pater Felix Rehbock OMI. Die Kreuzworte durchkreuzen auch heute noch das Leben von Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen und seien dadurch regelrecht Aufgabe und Herausforderung.

Pater Felix: „Mir ist es wichtig, dass die Jugendlichen die Botschaft Jesu nicht einfach hinnehmen, weil ‚man das halt so glaubt im Christentum‘, ohne dass es was mit dem eigenen Leben zu tun hat. Vielmehr werden sie dazu herausgefordert, sich daran zu stoßen und zu überlegen: ‚Was bedeutet das konkret für mich?‘“, erklärt der Oblatenpater. Durch die Gestaltung der Kirche als Früchte der Überlegungen werden die Jugendlichen schließlich selbst zu Missionaren. Die Symbole und Bilder bieten den Besuchern in der Fastenzeit die Möglichkeit, sich selbst Gedanken darüber zu machen, welche Bedeutung dem Kreuz und den Worten Jesu im eigenen Leben beigemessen wird. „Außerdem wollen wir deutlich machen, dass adventliche Wüstenlandschaft und Fastenzeit, Weihnachtsbaum und österliches Kreuz einen wichtigen Zusammenhang bilden, deswegen wird der Große Weihnachtsbaum der Klosterkirche auch in diesen Tagen in veränderter Form zu sehen sein“, ergänzt der Jugendbüroleiter. „Aber mehr will ich noch nicht verraten. Da muss schon jeder selbst vorbeischauen.“

Als Ergänzung der visuellen Kirchengestaltung laden die Oblatenmissionare an den Sonntagen in der österlichen Bußzeit zu sogenannte Fastenpredigten ein. Jeweils um 18.30 Uhr vertiefen einige Patres in der Klosterkirche einen Aspekt zu den sieben letzten Worten Jesu am Kreuz.

 

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