Fulda. Große Freude über den Neustart: 15 Monate nach einem gravierenden Brand in der Grümel-Tischlerei läuft der Betrieb dort wieder reibungslos. „Dank der gelungenen Sanierung können wir eigentlich von neuen Räumen sprechen“, betonte Grümel-Geschäftsführer Matthias Kraft und bezeichnete die offizielle Wiedereröffnung der Tischlerei als schönes Ereignis. Auch im Namen seiner Kollegin Jutta Diel und des Grümel e.V., vertreten durch Vize-Vorsitzenden Richard Frank, dankte Kraft allen, die dazu beigetragen haben, dass die Tischlerei diese schwierige Phase habe meistern können.
Er rief in Erinnerung, wie am Abend des 13. November 2010 eine Verpuffung im Spänebunker den Brand in der Steubenallee 6 mit zum Teil gewaltiger Hitzeentwicklung ausgelöst hatte. Neben dem Bunker seien besonders der Maschinenraum der Tischlerei und der Arbeitsraum der Jugendwerkstatt Holz stark betroffen gewesen. „Allerdings hat sich bald herausgestellt, dass die gesamte Tischlerei saniert werden musste“, so Kraft. Diese Arbeiten hätten in Etappen stattgefunden, weil parallel dazu – nach einigen Wochen des Übergangs – die Ausbildung dort weitergegangen sei. „Für die Sanierung, den Wiederaufbau des Spänebunkers und die Wiederbeschaffung der Maschinen sind Gesamtkosten in Höhe von 530000 Euro entstanden“, teilte Kraft mit. Nach seinen Angaben sind im Zuge der Arbeiten bestimmte Bereiche optimiert worden, die Werkstätten im Zuschnitt allerdings so geblieben.
Der Geschäftsführer freute sich, zur Wiedereröffnung der hellen, frisch ausgestatteten Tischlerei Vertreter verschiedener Partnerorganisationen und -institutionen von Grümel begrüßen zu können: Armin Gerbeth (IHK Fulda), Henning Ahrens (Konrad-Zuse-Schule), Daniel Stickel und Simone Will vom Kommunalen Arbeitsmarkt (früher: Amt für Arbeit und Soziales) sowie Wolfgang Möller und Norbert Klee von der hiesigen Agentur für Arbeit gratulierten zum Neustart dieser Abteilung.
Kraft würdigte, wie das Team der Tischlerei – mit den Ausbildern Matthias Herbert und Thomas Uth sowie Dietmar Brabsche vom Sozialen Dienst – den täglichen Betrieb trotz der Einschränkungen aufrechterhalten habe. Auch die Jugendwerkstatt Holz mit Anleiter Tobias Leibold und Viktoria Braun (Sozialer Dienst) habe sich gut umgestellt. Diese Werkstatt war, so Kraft, für etliche Monate in eine leer stehende Grümel-Werkstatt in Johannesberg gezogen.
Uth berichtete von dem Schock nach dem Brand, bei dem durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr noch Schlimmeres verhütet worden sei. Hitze von bis zu 1000 Grad habe selbstverständlich erhebliche Spuren hinterlassen, beispielsweise die zwei bis acht Jahre alten Tischlerei-Maschinen unbrauchbar gemacht und Deckenlampen zum Schmelzen gebracht. Die verrußten, verdreckten Räume habe man fachmännisch sanieren lassen. Auch in der sehr herausfordernden Zeit seien die Ergebnisse des Ausbildungsalltags erfreulich gewesen. „Alle Azubis haben ihre Zwischenprüfungen bzw. ihre Abschlussprüfungen geschafft und alle Absolventen einen Job gefunden“, erklärte Uth. Er und Brabsche dankten für die große Hilfsbereitschaft aus dem fachlichen Umfeld. „Wir haben zum Beispiel viele Praktikumsplätze für unsere Auszubildenden bekommen, was unmittelbar nach dem Brand sehr wichtig war“, sagte Brabsche, der die Entwicklung der vergangenen 15 Monate noch einmal Revue passieren ließ. Im November 2011 habe die Arbeit der Tischlerei in vollem Umfang wieder begonnen, seitdem die Absaugung von den Maschinen in den neuen Spänebunker gesichert sei, so Brabsche.
Die Grümel-Verantwortlichen hoben auch die Geduld hervor, mit der Kunden ihre Aufträge nach dem Brand zunächst aufgeschoben hatten. Derzeit werden in der Tischlerei 14 junge Leute ausgebildet – vier angehende Tischler und zehn angehende Holzbearbeiter.