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Dr. Norbert Herr ist Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion

Fulda. Seit 1977 ist Dr. Norbert Herr Mitglied des Kreistags, zunächst als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU und seit 2001 als Fraktionsvorsitzender. Der ehemalige Lehrer an der Freiherr-vom-Stein-Schule schied 1993 innerhalb weniger Tage aus dem Schuldienst aus, um ein Bundestagsmandat anzunehmen, und ist seit 1995 Mitglied des Hessischen Landtags. Der Kommunalpolitik ist der 67-jährige aber immer treu geblieben und ist inzwischen dienstältestes Mitglied des Kreistags.

„Die Initialzündung, mich politisch zu engagieren, war meine Promotion über die Gebietsreform in Fulda und Osthessen“, erinnert sich Dr. Herr. Mit den Konsequenzen der Gebietsreform in den frühen 1970er Jahren beschäftigt sich die Politik auch heute noch, wie die kürzlich aufgekommene Diskussion zeigt, ob die Stadt Fulda ihren Sonderstatus, der ihr im Zuge der Gebietsreform zugesprochen wurde, verlieren soll. Dieser Sonderstatus bedeutet finanzielle Vorteile für Stadt und Landkreis. Sein Verlust würde erhebliche Auswirkungen haben und unterm Strich den Kreis bis zu sieben Millionen Euro kosten.

Das ist aber nur eine von vielen größeren und kleineren Aufgaben, denen sich der Abgeordnete des Kreistags erfolgreich stellt. „Der Ausbau der A 66 hat uns beispielsweise  für lange Zeit beschäftigt“, berichtet Dr. Norbert Herr, der auch die Neuorganisation der Altenpflegeeinrichtungen und die Abfallentsorgung nennt. Künftig steht unter anderem die flächendeckende Breitbandversorgung des Kreisgebiets als wichtige Aufgabe der Daseinsfürsorge an.

Im Laufe der Zeit hätten sich die Arbeitsweise und das Klima im Kreistag weiterentwickelt. „Der Ablauf der Sitzungen und der Umgang der Fraktionen haben sich verändert“, beobachtet der erfahrene Kommunalpolitiker. So waren die Sitzungen früher deutlich kürzer. „Inzwischen gibt es einen anderen Typ von Kommunalpolitiker. Die jüngeren sind diskussionsfreudiger, und die Hemmschwelle, kontrovers zu diskutieren, ist gesunken“, berichtet der 67-jährige, der diese Veränderung als positiv ansieht. Es werde auch einmal fraktionsübergreifend abstimmt und es sei sogar schon ein Haushalt einstimmig verabschiedet worden. „Früher undenkbar.“

Als Auszeichnung für seine Arbeit empfindet er die hervorragenden Ergebnisse, die er bei Kommunal- und Landtagswahlen vorweisen kann, besonders seit es das Kumulieren und Panaschieren gibt. „Ich empfinde dies als Lob und Bestätigung, weil ich stets versuche, bürgernah zu sein.“ Das hängt auch damit zusammen, dass der erfahrene Politiker sein Wissen in Vereine und Verbände einbringt. Eine seiner großen Leidenschaften ist die Musik, bei der er es in seiner langjährigen Dirigentenzeit zu besonderen Erfolgen auf nationaler und internationaler Ebene gebracht hat.

1981 hat Dr. Norbert Herr den Kreis- und Stadtmusikverband e.V. gegründet, den er noch heute als Vorsitzender leitet. Darüber hinaus ist er Präsident der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Musikverbände. Sich ehrenamtlich neben der Politik derart zu engagieren, wie beispielsweise auch als langjähriger Kreisvorsitzender des Hessischen Philologenverbandes, ist nur möglich, wenn die Familie diese Verpflichtungen mit trägt. Denn auch Wochenenden und in den Abendstunden fallen sehr viele Termine an. „Wir reden zwar viel von Familie, verhalten uns in der Politik aber leider anders.“

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