Fulda. Nach drei Förderperioden STÄRKEN vor Ort endet das Projekt zum 31. Dezember 2011. In dieser Zeit wurden insgesamt 40 Mikroprojekte mit bis zu 10.000 Euro in Ziehers-Süd/Ostend und auf dem Aschenberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Nun trafen sich die Projektverant-wortlichen mit Vertretern der Stadt Fulda, allen voran Oberbürgermeister Gerhard Möller, mit Partnern aus den Projekten und Gästen, um Bilanz zu ziehen und den Erfolg des Projektes zu feiern. Knapp zwei Stunden dauerte das bunte Bühnenprogramm, in dem beispielhaft Projektergebnisse präsentiert wurden, im darstellenden Spiel, in Interviews und Talkrunden sowie mit Bildern, Plakaten und Produkten aus der Arbeit der Projekte. Den Abschluss bildete ein interkulturelles Buffet, mit viel Geschick vorbereitet vom Team des Bürgerzentrums Aschenberg. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit Livemusik der „Jungletones“.
Im Eröffnungsinterview, das Oberbürgermeister Möller mit Corinna Goldbach und Claus Schreiner von der STÄRKEN vor Ort-Koordinierungsstelle führte, hob das Stadtoberhaupt hervor, wie wichtig ihm die vielen Projekte vor Ort sind, in denen „Menschen ganz konkret geholfen wird, in denen sie persönliche und berufliche Perspektiven erhalten. Das ist beispielgebend für andere.“ Er freue sich, dass so viele Menschen in den Stadtteilen Verantwortung übernehmen. „Wir werden die guten Erfahrungen am Aschenberg und im Ostend/Ziehers-Süd in den anderen Stadtteilen übernehmen.“
Der Leiter des Amtes für Jugend und Familie, Stefan Mölleney, betonte in seiner Bilanz die Bedeutung der Mikroprojekte, in denen man „in kleinen, überschaubaren Schritten Probleme angeht und zu lösen versucht, oft mit gutem Erfolg. Wir wollen diesen Ansatz, insbesondere auch den Blick auf die Stärken, in der Arbeit des Jugendamtes weiter verankern.“ Er bedankte sich ausdrücklich für das überdurchschnittliche Engagement der Projektverantwortlichen. „Sie haben sich mit Ihren Ideen angesteckt und ein soziales Netz entwickelt, das gegenseitig unterstützt und getragen hat.“
Adressaten der STÄRKEN vor Ort-Projekte waren junge Menschen mit schlechteren Startchancen sowie Frauen, die Probleme beim Einstieg und Wiedereinstieg in das Erwerbsleben hatten. STÄRKEN vor Ort setzte auf kleine lokale Initiativen, Organisationen und viel zivilgesellschaftliches Engagement, um nur noch schwer erreichbare junge Menschen dort anzusprechen, wo sie leben. Die Projekte verfolgten dabei das Ziel, Jugendliche, die Gefahr laufen, sich langfristig Lebenschancen zu verbauen, aktiv aufzusuchen, sie sozial zu stabilisieren und zu motivieren, weiterführende Angebote zu nutzen. Viele der jungen Teilnehmer konnten durch die angebotenen Hilfen Anschluss an Schulen oder Fördermaßnahmen finden oder gar in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden.
Auch die Frauen-Projekte waren erfolgreich. STÄRKEN vor Ort-Projekte gelang es, junge Frauen und Mütter aus ihrer sozialen Isolierung zu holen, dass sie wieder mehr Verantwortung für sich und ihre Kinder übernehmen konnten. Viele Frauen nutzten unterschiedliche Qualifizierungsangebote, um sich für den (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben vorzubereiten. Sowohl bei den Jugendlichen wie auch den Frauen nahm das Thema Berufsorientierung großen Raum ein. Neben Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und Institutionen führten auch Einzelpersonen Projekte durch. Als besonderer Erfolg von STÄRKEN vor Ort kann sicherlich hervorgehoben werden, dass ehemalige ProjektteilnehmerInnen im zweiten und dritten Förderjahr eigenständige Projekte durchgeführt haben.
Im Projektzeitraum 2010 und 2011 wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Kooperation und Vernetzung der Projekte zu stärken und sich bei aufkommenden Problemen oder Fragen gegenseitig zu unterstützen. In je zwei begleitenden Workshops nahmen sich die Mikroprojektträger hierfür ausführlich Zeit. Bewilligt wurden die geförderten Projekte durch einen Begleitausschuss, der auch – in Form von Projektpaten – mit viel Engagement und Kreativität die Umsetzung der Projekte begleitete. Dieser Ausschuss setzte sich aus StadtteilbewohnerInnen und VertreterInnen von Institutionen, Vereinen und öffentlichen Trägern zusammen.
Corinna Goldbach/Claus Schreiner
Kontakt:
Corinna Goldbach
Amt für Jugend und Familie der Stadt Fulda
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36037 Fulda
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eMail: corinna.goldbach@fulda.de
Foto: Norbert Sistemich