Petersberg. Das neue Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung in Petersberg ist die letzte Maßnahme des Landkreises Fulda im Rahmen des Konjunkturpakets von Bund und Land. Für den Umbau der ehemaligen Rauschenbergschule, verschiedene Erweiterungsbauten, die den alten Baukörper hufeisenförmig umgreifen und die seitherige Nutzfläche um 2.000 Quadratmeter vergrößern, sowie die Ausstattung des dreiteiligen Gebäudekomplexes wurden insgesamt rund 4,5 Millionen Euro investiert. Die Bauzeit betrug nur elf Monate, so dass bereits im Januar das Netzwerk für Erziehungshilfe sowie zu Beginn des kommenden Schulhalbjahres im Februar eine erste Sprachheilklasse sowie die Auszeitklasse einziehen können. Die offizielle Einweihung fand am gestrigen Freitag statt.
Das Kompetenzzentrum besteht aus einem Verwaltungsbereich mit Büros für die Schulverwaltung, die Schulleitung und die Jugendhilfe, einem Sprachheilbereich mit vier Klassenräumen, einem Betreuungsraum und drei Therapieräumen sowie einem Erziehungshilfebereich mit sieben Klassen- und angegliederten Gruppenräumen. Ein Musikraum und ein naturwissenschaftlicher Raum, der auch als Werkraum dient, wird von beiden Schulformen genutzt. Die vorhandene Gymnastikhalle der ehemaligen Rauschenbergschule wurde komplett saniert und überarbeitet. Außerdem sind eine zentrale Anlieferungsküche, eine kleine Bibliothek sowie verschiedene Besprechungs- und Teamräume entstanden. Der Schulhof und das Außengelände wurden neu konzipiert und sollen im zeitigen Frühjahr fertig gestellt werden. Auch wird im Lauf des Frühjahrs noch ein Schulgarten entstehen.
Bei der Begrüßung der zahlreich erschienenen Ehrengäste sprach Gabriele Schmitt-Lauer als Leiterin der Johannes-Hack-Schule, der das Kompetenzzentrum für Schule und Erziehung organisatorisch angegliedert ist, von einer in Hessen einzigartigen Schule. Landrat Bernd Woide betonte, dass heute nicht nur eine neue Schule für eingeweiht, sondern auch ein Qualitätssprung im Bildungs- und Erziehungsangebot der Region vollzogen werde. Das Kompetenzzentrum schließe eine bestehende Versorgungslücke, erspare lange Schulwege sowie hohe Beförderungskosten. Oberbürgermeister Gerhard Möller übermittelte den Dank und die Gratulation des Nachbarschul- und -jugendhilfeträgers Stadt Fulda. Nach seinen Worten stelle das Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung einen Versuch dar, Antworten auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zu geben.
Bei der Übergabe des symbolischen Schlüssels unterstrich Architekt Stephan Storch vom Architekturbüro Reith & Wehner, dass die konzeptionellen und planerischen Überlegungen für das Kompetenzzentrum gemeinsam mit der ganzen Schulgemeinde entwickelt und in einem straffen Zeitplan baulich realisiert worden seien. Kostenmäßig werde man voraussichtlich unter dem Ansatz liegen. Laut Aussage von Dezernentin Heidtrud Paschmann vom Staatlichen Schulamt in Fulda sei die Region bei den sonderpädagogischen Fördereinrichtungen jetzt noch besser aufgestellt. Das Kompetenzzentrum wolle nicht separieren, sondern den Weg in die schulische Normalität ebnen. Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen führte aus, dass die Gemeinde Petersberg das Vorhaben von Anfang an positiv begleitet habe. Irritationen bei Anliegern hätten mittlerweile ausgeräumt werden können.