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„Schleichende Revolution“ – Auflösung des Frontalunterrichts

Fulda. „Verabschieden wir uns von der Floskel „Wissensgesellschaft“. Was wir vor allem brauchen ist ein Aufbruch auf dem Gebiet Bildung, der bildungsbürgerliche Tabus durchbricht.“ Das war eine der provokanten Thesen, die der Medienwissenschaftler, Zukunfts- und Trendforscher Dr. Eike Wenzel zum traditionellen Jahresgespräch des Arbeitskreises Schule Wirtschaft Fulda dem interessierten Publikum aus Schule, Wirtschaft und Verwaltung vorstellte. In ihrer Einleitung zeigte die Vorsitzende des Arbeitskreises, Angelika Bott-Werner, ihre Übereinstimmung mit Dr. Wenzel auf, dass Deutschland ohne Bodenschätze die Zukunft des Landes nur positiv gestalten kann durch eine Bildungsoffensive, die den sozialen Wandel einbezieht und Chancengleichheit sicherstellt.

Für Dr. Wenzel ist Bildung ein Megatrend, „Lernen wird individueller, weniger standardisiert und findet in ganz unterschiedlichen Formen statt. Eine wesentliche Rolle bei der Vermittlung spielt die Digitalisierung und dabei die so genannten „Serious Games“, Spiele, die wichtige Lerninhalte spielerisch vermitteln.“ Auch die Rolle des Lehrers, die unangreifbare Position und Autorität wird sich nach Ansicht des Trendforschers nachhaltig verändern. „Digitales Lernen am und mit dem Computer enträumlicht und individuelle Formen rücken in den Mittelpunkt des Lernens an den Schulen. Der Lehrer hat weiter die Aufgabe der Wertevermittlung, aber insgesamt werden sich die Lerninhalte vom Lehrer „emanzipieren.“

Im Anschluss an seinen Vortrag moderiete Manfred Baumann, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Osthessen, eine lebhafte Diskussionsrunde der Zuhörer. Sein Fazit: „Die aufgezeigten Trends sind schon heute sichtbar und wir müssen uns mit ihnen auseinandersetzen, um zukünftig im Wettbewerb weltweit gut aufgestellt zu sein.“

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