Tann. Jeweils an den Adventssonntagen gestalten Chöre, weitere Musiker, Pfarrer und Lektoren die halbstündigen „Adventsmusiken bei Kerzenschein“ in der von hunderten Kerzen erleuchteten Tanner Stadtkirche. Diese Reihe der Adventsmusiken wird am 4. Advent (Sonntag, 18. Dezember) um 18 Uhr mit etwas ganz Besonderem gekrönt: Dem Weihnachtsoratorium des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns (1835-1921). Dafür vereinen sich zwei Ensembles der Hünfelder Wigbertschule zu einem großen Klangapparat von über einhundert Mitwirkenden: Der Schulchor „Voice Garden“ und das „Hünfelder Kammerorchester an der Wigbertschule“ mit Solisten der Jahrgangsstufe 13 und Regionalkantor Ulrich Moormann an der Orgel musizieren unter Leitung von Studienrat Thomas Nüdling dieses wunderbare Werk. Lektorin Sabine Ocklitz liest adventlich und weihnachtlich geprägte Texte. Der Eintritt ist frei! Eine Kollekte kommt der musikalischen Arbeit der auftretenden Ensembles zugute.
Wiederholt wird die Aufführung im Rahmen des schuleigenen Adventskonzertes am Montag, 19. Dezember, um 19 Uhr in der Hünfelder Klosterkirche. Dort wirken außerdem das Blasorchester Bl-O-W der Wigbertschule (Leitung: Martin Genßler) und die jungen Streichern des Kammerorchesters (Leitung: Kateryna Antonovska) mit. Auch hierzu ist der Eintritt frei. Im Anschluss an das Konzert bietet die SV der Wigbertschule vor der Klosterkirche heiße Getränke an.
Camille Saint-Saëns: „Oratorio de Noël“
Das Weihnachtsoratorium komponierte Saint-Saëns 1858 in seinem ersten Amtsjahr als Organist an der „Église de la Madeleine“. Das Werk für Soli, Chor, Streicher, Orgel und Harfe entstand in nur elf Tagen. Von den kirchenmusikalischen Werken Saint-Saëns ist dies in lateinischer Sprache geschriebene Werk das wohl am häufigsten aufgeführte Werk in Deutschland. Und es ist durchaus möglich, dass Saint-Saëns durch das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach hierzu inspiriert wurde, denn Saint-Saëns war Subskribent der Bach‘schen Gesamtausgabe von 1856 und das Präludium seines Weihnachtsoratoriums ist überschrieben mit dem Hinweis „dans le style de Séb. Bach“, also im Stile Bachs. Die Bibeltexte stellte Saint-Saëns selbst zusammen. Bei der Zusammenstellung wurde auf eine dramatische Handlung verzichtet. Vielmehr wird die Weihnachtsgeschichte des Neuen Testaments aus der Sicht der alttestamentarischen Weissagungen erzählt. Überwiegend gehen die Texte von Psalmworten der vorweihnachtlichen Liturgie aus. Die Musik ist voller romantischer Harmonik. Vielfarbige Klangschönheit steht bei diesem Werk erfolgreich im Mittelpunkt. Die Chöre, als Vertreter der Christenheit bestreiten dabei sechs von zehn Sätzen. Die Orgel wird mal solistisch, mal obligat verwandt.