Fulda. Nach „The King´s Speech“ wohl einer der besten Filme der letzten Jahre: „The Help“ läuft noch bis Mittwoch im Cinestar Fulda, jeweils um 16.30 Uhr und um 19.40 Uhr. Es ist die Zeit des Martin Luther King, der gegen die Rassentrennung von Weiß und Farbig auf die Straßen ging und von seinem Traum erzählte, dass beide gleichberechtigt in den USA leben könnten. Sein Traum wurde wahr aber erst weit nach seinem Tod, bis dahin herrschten die weiße Oberschicht über die armen Farbigen, misshandelten, erniedrigten und entrechteten sie, zudem beuteten sie sie aus und brachten viele von Ihnen grundlos um.
Jackson, Mississippi in den frühen 60er Jahren: Doch hier im tiefsten Süden der USA – ehemals Sklavenland – kümmert sich niemand um die Worte des Reformators und Humanisten King. Wichtigstes Problem scheinen hier getrennte Klos für Weiße und Farbige Menschen zu sein. Die junge Absolventin Skeeter (Emma Stone) wuchs hier auf. Als sie nun in die beschauliche Stadt zurückkehrt, ist nichts mehr wie in ihrer Kindheit. Zunächst fällt ihr der schwelende Rassismus der Weißen gegenüber den Farbigen auf. Sie wurde auch von einer Farbigen großgezogen. Sie will das nicht hinnehmen und geht forsch dagegen vor. Zunächst findet sie Anstellung bei der örtlichen Zeitung als Kolumnistin für Küchen- und Haushaltsthemen. Kein toller Job aber immerhin ein Anfang.
Sie beginnt Kontakt mit den Farbigen Hausdamen aufzunehmen, die in wohlhabenden Familien arbeiten und dort die Kinder aufziehen und den Haushalt in Ordnung halten. Für ihre eignen Kinder bleibt nicht viel Zeit. Skeeter möchte Ihnen helfen und die Lebensgeschichten der Afro-Amerikanerinnen aufschreiben und daraus ein Buch machen, doch zunächst traut sich niemand ihr zu helfen. Zudem begibt sie sich damit selbst in Gefahr, denn täglich werden Farbige auf den Straßen der Stadt ermordet.. In Aibeleen und Mimi findet sie zwei Frauen, sie arbeiten – wie fast alle – in „weißen“ Haushalten und bedienen hier die völlig verzogene Hausfrauen. Sie geben deren Kinder die Liebe, die die Mütter nicht bereit sind, zu geben.
Skeeter bietet den Frauen viel mehr als eine Möglichkeit über ihre Leben zu sprechen, sie gibt Ihnen erstmals die Würde zurück und die Freiheit zu entscheiden, was gut und richtig für sie ist. Ein kleines Stück Gleichberechtigung in jener Zeit. An so mancher Stelle im Film schämt man sich als Zuschauer, „weiß“ zu sein. „The Help“ ist eine eindringliches Plädoyer für mehr Humanität, für Leidenschaft und Liebe. Für die Dinge, die einem wichtig sind, das letzte zu geben und dafür zu kämpfen und sich Ungerechtigkeiten, Rassismus und Grausamkeiten entschieden entgegen zu stellen.
Das zeigt der Film in ruhigen Bildern aber stets mit der Prise Humor und Ironie, die das Leben so lebenswert machen. Ein ergreifender Film, der zu mehr Zivilcourage aufruft. Es würde mich wundern, wenn dieser grandiose Film bei der Oscarverleihung leer ausgehen würde. Die Filmmusik ist großartig, episch, gewaltig, orchestral. Die Schauspieler sind durchweg wundervoll und unverbraucht. Ich habe selten einen so optimistischen Film gesehen, der doch ein so heikles Thema transportiert.
„The Help“ ist ein filmisches Juwel. Auch nach 2 Stunden Laufzeit hofft man, das dieser Film nie enden wird ! Wie etwa „Grüne Tomaten“, dem großen Film, der bisher nie erreicht wurde. Doch dieser steht ihm in nichts nach. (tb)