Fulda. Seine Wertschätzung für die pädagogische Arbeit der Religionslehrerinnen und Religionslehrer des Bistums Fulda hat Bischof Heinz Josef Algermissen in seinem diesjährigen Advents- und Weihnachtsbrief zum Ausdruck gebracht und betont, dass die Zurückgewinnung verloren gegangenen Vertrauens im Jahr 2011 auch dieser Arbeit zu verdanken sei. „Ihr täglicher Dienst in den Schulen, Ihr Kontakt und Umgang mit den Kindern und Jugendlichen war und ist ein glaubwürdiges Zeugnis für die Botschaft unseres Glaubens“, unterstreicht der Oberhirte. Religionslehrer stünden mit ihrer ganzen Person für die Botschaft, die sie im Unterricht zum Thema machten, und für die Kirche, in deren Auftrag sie den Dienst in der Schule leisteten.
In seinen zehn Jahren als Bischof von Fulda hätten ihn am stärksten „Glaubensstärke und Mut vieler Priester, haupt- und besonders auch ehrenamtlich tätiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mich auch an schier unerträglichen Tagen auf meinen Wegen begleitet haben“ beeindruckt, so Algermissen. Das unverdorbene Lachen von Kindern sowie Freude und Hoffnung Jugendlicher gäben ihm immer wieder neue Kraft. „Die größte Erschütterung verbinde ich mit der Schande des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere kirchliche Mitarbeiter.“
„Nicht erst in den letzten Jahren ist uns bewusst geworden, dass Kirche auf dem Weg sich je und je zu ändern hat“, betont der Bischof des Weiteren in dem Brief. Dies fordere der Glaube an die Kraft des Geistes Gottes, aber auch die Tatsache, „dass Menschen und Gesellschaft sich ständig ändern“. Es liege in der Natur der Sache, dass mit der Feststellung notwendiger Änderungen ganz unterschiedliche Erwartungen verbunden seien. „In diesem Jahr hat auf Initiative der deutschen Bischöfe ein auf fünf Jahre angelegter Dialogprozess über wichtige Fragen bezüglich des zukünftigen Weges der Kirche begonnen.“ Der Begriff „Dialog“ sei zentral in wesentlichen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils. „Allerdings ist wichtig, die Erwartung an den Dialog nicht von vornherein zu überfordern, indem bestimmte Ergebnisse dieses Dialogs vorausgesetzt werden“, schreibt Algermissen. Die Kirche müsse sich auch in der Veränderung treu bleiben. „Sicher ist der Mut wichtig, neue Wege zu gehen und die Zeichen der Zeit in der rechten Weise zu deuten. Allerdings wird dies nicht sozusagen voraussetzungslos und ergebnisoffen möglich sein.“ (bpf)