Fulda. Die Skulpturensammlung des Vonderau Museums ist um ein „Prachtstück“ barocker Bildhauerkunst reicher. „Wir sind stolz das Werk des aus Bayern stammenden Künstlers Balthasar Weber als Geschenk an die Stadt übergeben zu können“, betonte Dr. Christoph Kind, Vorsitzender der Stiftung Fuldischer Kulturbesitz bei der Übergabe des Kunstwerks an Fuldas OB und Kulturdezernenten Gerhard Möller.
5.000 Euro hatte die Stiftung für den Erwerb des Kunstwerks aus Privatbesitz ausgegeben. Mit dem Ankauf und der Schenkung an das heimische Regionalmuseum leiste die Vereinigung einen Beitrag, „Fuldensien für den heimischen Raum zu bewahren“ und einen Ausverkauf fuldischen Kulturbesitzes vermeiden zu helfen, sagte Kind.
Aus Fuldaer Werkstatt
Der Künstler, der die „Salvator-Figur“ zu Beginn des 18. Jahrhunderts geschaffen hat, unterhielt in der Domstadt eine eigene Werkstatt und war von Dombaumeister Johann Dientzenhofer in das Handwerkerteam zum Bau der Kathedralkirche berufen worden. Von Balthasar Weber stammt auch die Salvator-Figur, die die Kanzel des Domes bekrönt. Zu sehen sein wird Webers Werk künftig im Vonderau Museum. Dargestellt ist der auferstandene Christus mit segnender Hand, der in der Linken einen Kreuzstab mit roter Fahne hält.
Museum attraktiv erhalten
Für die großzügige Schenkung dankte Fuldas Kulturdezernent sowohl der Stiftung als auch ihren Repräsentanten, allen voran ihrem Vorsitzenden Christoph Kind. Schenkungen wie die aktuelle dienten immer wieder dazu, das Vonderau Museum als „Sammlungsstätte noch bekannter zu machen.“ Möller wörtlich: „Wir sind kontinuierlich bemüht, unser Museum attraktiv zu erhalten – nicht zuletzt durch Sammlungsstücke wie diese Skulptur.“
Weitgehend original
Wie die meisten Figuren hatte auch das Äußere der Christus-Figur am „Zahn der Zeit“ gelitten. Dennoch bemühten sich die Besitzer solcher historischer Originale stets darum, sie in einen guten Zustand zu versetzen, erläuterte der Leiter des Vonderau Museums Dr. Gregor Stasch. Deshalb sei die Figur auch mehrfach überfasst worden, beispielsweise im 19. Jahrhundert. Und noch einmal – „leider ganz schlecht“ – im 20. Jahrhundert mit Ölfarbe. Die habe komplett abgenommen werden müssen, berichtete Stasch.
„Doch wir hatten Glück: Unter den Farbschichten war das meiste fast komplett erhalten bis auf den Sockel.“ Selbst die Vergoldung sei noch weitgehend original. Für das Vonderau Museum ist die Christus-Figur deshalb ein Glücksfall, denn sie ergänzt lückenhafte Bestände des Hauses. Gerade für die Zeit der Dombauphase bestehe noch ein erheblicher Beschaffungs-Bedarf, wie Museumsleiter Stasch betonte. Zuletzt waren die Skulpturen-Bestände des Vonderau Museums um Teile der Sammlung Fahr ergänzt worden. (mb)