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„Aktion Grundgesetz“ der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Fulda

Künzell. „Teilhabe jetzt!“, das ist die zentrale Forderung der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Stadt und Landkreis Fulda, und das nicht nur an diesem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, wie er am Sonntag im Künzeller Gemeindezentrum von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege begangen wurde.

Diese Menschen einzubinden, ernst zu nehmen, ihnen Rechte zuzubilligen und gesetzlich zu verankern, ist eine politische Grundsatzentscheidung, wie auch Werner Krah, Vorsitzender des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt und Sprecher der Liga, in seiner Eröffnungsrede betonte. „Da geht es nicht nur um barrierefreies Bauen, sondern auch darum, dass endlich die UN-Konvention zum Schutz und zur Förderung behinderter Menschen von Deutschland ratifiziert wird. Seit einem Jahr liefern sich die politisch Verantwortlichen ein Tauziehen um die Konvention, dabei ist es längst an der Zeit zu handeln.“

Um diesen Prozess zu beschleunigen und deutlich zu machen, dass es jetzt an der Zeit ist zu handeln, wurde der diesjährige Europäische Protesttag auch dazu genutzt, um in einer Unterschriftenaktion zur Ratifizierung der UN-Konvention zum Schutz und zur Förderung behinderter Menschen zu werben. Außer in Fulda gab es in über 220 Städten und Gemeinden Aktionen und Infostände rund um den Europäischen Protesttag.
Wie viele Ideen und Visionen es zum Thema gibt, wollte die „Aktion Mensch“ zeigen.

Von Januar bis März diesen Jahres wurden auf ihrer Internetseite www.die-gesellschafter.de Visionen echter Teilhabe und Antworten auf die Frage „In welcher Gesellschaft willst du leben?“ gesammelt. Sie werden nun veröffentlicht, um darauf aufmerksam zu machen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der alle ihren Platz haben.

Dass Teilhabe – zumindest im Kleinen – bereits funktioniert und Betroffene und Angehörige von Behinderten, Kranken und Hilfsbedürftigen Ansprechpartner in Stadt und Landkreis Fulda finden, das konnten die Besucher der Veranstaltung an den Ständen im Foyer des Künzeller Gemeindezentrums erfahren. Von den Mitgliedern der Liga der freien Wohlfahrtspflege, also der AWO, der Caritas, dem Deutschen Paritätische Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie und der Jüdischen Gemeinde Fulda über die Rheumaliga bis zur Selbsthilfegruppe der Schmerzpatienten waren alle vertreten, die sich für Schwächere stark machen.

Damit all diese Angebote und Initiativen in Zukunft besser wahrgenommen werden und auch Menschen erreicht werden, die nicht unmittelbar betroffen sind, schlug die Kreisbeigeordnete Ulla Döppner in ihrem Grußwort vor, den Veranstaltungsplatz wieder vor die Stadtpfarrkirche zu verlegen. Den Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung bildete das Benefizkonzert der beliebten Schlagersängerin Anita Burck, das von dem Zauberkünstler Martino mit charmanten Tricks eingeleitet wurde.

Anita Burck weiß als Betroffene sehr gut selbst, was es bedeutet, von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen zu sein. Wie für den Anlass maßgeschneidert klangen denn auch ihre Lieder, die sie mit heller Stimme ihrem begeisterten Publikum darbot: „Es soll für jeden die Sonne scheinen, nicht nur für dich, nein, für alle auf der Welt. Ich möchte nie wieder weinen wegen Hass, Hunger oder Geld.“

Nähere Informationen zu der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Hessen unter www.liga-hessen.de oder in Geschäftsstelle der AWO Fulda, in der Langebrückenstraße 14, telefonisch unter: 0661 – 480 045-0, Email: info@awo-fulda.de, Langebrückenstraße 14, oder im Internet: www.awo-fulda.de.

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