Fulda. Die Großschadensereignisse in der jüngsten Vergangenheit haben nach Aussage des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld einer breiten Öffentlichkeit „schlaglichtartig“ die Wichtigkeit der Rettungs- und Hilfsorganisationen im Landkreis Fulda vor Augen geführt. Dies gelte sowohl für die hauptamtlichen Einsatzkräfte als auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als aktuelle Beispiele nannte Dr. Wingenfeld den ICE-Unfall im Landrückentunnel und die Windwurfschäden durch den Orkan „Kyrill“.
Wer normalerweise eher im Hintergrund wirke, ohne dass die Bevölkerung groß davon Notiz nehme, habe Lob und Anerkennung verdient, sagte der Erste Kreisbeigeordnete an die Adresse von Winfried Zeller und Andreas Schiebelhut (beide Kerzell) sowie Rainer Völlinger (Großenlüder). Alle drei sind seit 25 Jahre bei den Maltesern als ehrenamtliche Helfer im Rettungsdienst tätig. Als sichtbare Zeichen des Dankes überreichte Dr. Wingenfeld die Anstecknadel des Landkreises, ein Buchpräsent sowie Urkunden, die nachgereicht werden.
25 Jahre Dienst am Mitmenschen dürften nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden, unterstrich der Erste Kreisbeigeordnete. Dies bedeute über eine lange Phase hinweg den Verlust an persönlicher Freizeit. Ein solches Engagement sei nicht möglich ohne eine Familie, die dahinter stehe. Dr. Wingenfeld äußerte den Wunsch, dass die Geehrten „ihre Begeisterung an Jüngere weitergeben, auch wenn dies in der heutigen Zeit angesichts zurückgehender Kinderzahlen und konkurrierender Freizeitangebote nicht immer leicht ist“.
Welt im Rettungsdienst hat sich gewandelt
Der Diözesanleiter des Malteser Hilfsdienstes, Konstantin von Brandenstein-Zeppelin, machte Winfried Zeller, Andreas Schiebelhut und Harald Völlinger das Kompliment, Aushängeschilder für die Malteser zu sein. Durch ihr jahrzehntelanges Engagement verkörperten sie „Ehrenamt vom Feinsten“. Auch wenn wir als gläubige Christen auf die Hilfe Gottes vertrauen könnten, würden helfende Hände gebraucht, die seine Nähe spürbar werden ließen, führte von Brandenstein-Zeppelin weiter aus und überreichte als Dankeschön Ehrennadeln.
Die Ehrung für die drei Rettungsdiensthelfer, die im Jahresdurchschnitt ohne Fortbildungs-veranstaltungen rund 5.000 Einsatzstunden erbracht haben, nahm Rettungsdienstleiter Markus Lapp zum Anlass, um auf ihre Anfangszeit zurückschauen. Seither habe sich die Welt im Rettungsdienst nachhaltig verändert. Dies sei nicht ohne Auswirkungen auf das Ehrenamt geblieben, das jedoch auch künftig beispielsweise bei der Neustrukturierung des Katastrophenschutzes gebraucht werde. Lapp bedankte sich mit kostenlosen Rundflügen.
Neben den Jubilaren sind derzeit noch fünfzehn weitere ehrenamtliche Helfer auf den Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes im Einsatz. Die Malteser betreiben im Landkreis Fulda zwei Rettungswachen und leisten darüber hinaus mit der Besetzung von Katastrophenschutzeinheiten Vorsorge für die Bevölkerung. Zu den Kernaufgaben gehören ferner die Ausbildung in Erster Hilfe, die Beförderung von körperlich benachteiligten Menschen, der Hausnotruf und Essen auf Rädern für Senioren sowie die Jugend- und Hospizarbeit.
v.l.n.r.: Diözesangeschäftsführer Markus Lapp, Andreas Schiebelhut, Winfried Zeller, Harald Völlinger, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld, Diözesanleiter Konstantin von Brandenstein-Zeppelin