Hünfeld/Rasdorf. Mit seiner „Extratour“ durch das Hessische Kegelspiel spielt die Wanderregion jetzt in der „Ersten Liga“, betonte der Geschäftsführer des Naturparks Rhön, Otto Evers, bei der offiziellen Übergabe am Stallberg.
Fotos (6): Helmut Käsmann
Zahlreiche Ehrengäste, darunter die Bürgermeister der beteiligten Kommunen, Dr. Eberhard Fennel, Hünfeld, Hermann-Josef Scheich, Eiterfeld, und Berthold Körbel, Rasdorf, sowie die vorsitzenden Wanderwarte der örtlichen Rhönklubs „erwanderten“ die erste Teilstrecke dieses Weges, den noch bis zum 108. Deutschen Wandertag im Juni in Fulda sieben weitere Wege im Landkreis Fulda folgen werden. Die erste Extratour war bereits im vergangenen Herbst in Hilders ihrer Bestimmung übergeben worden.
Insgesamt ist die neue Strecke 17,7 Kilometer lang und verfügt nach den Worten von Evers über herausragende Besonderheiten. So könne der Wanderer am Stallberg einen beginnenden Urwald und eine Ringwallanlage aus der Keltenzeit erleben. Der Weg, der von dort weiter zum Appelsberg und Rückersberg führe, biete einen schönen Panoramablick über das gesamte Hünfelder Land bis in die Hochrhön. Weiter führe der Weg in Richtung Großentaft durch eine typische „Offenlandschaft“ mit naturnahen Gewässern hin zum Gehilfersberg, einem Berg, der eine besondere Kraft aus seiner religiösen Bedeutung herausstrahle.
„Wir wollten dabei sein“, betonte Hünfelds Bürgermeister Dr. Fennel in der „Wanderwelt Nummer 1“, der Rhön, um deutlich zu machen, dass das Kegelspiel ebenfalls zur Rhön gehöre. In den zurückliegenden Jahren habe sich die touristische Infrastruktur gerade dieses Bereichs erheblich verbessert. Als Beispiele nannte er den Kegelspielradweg, aber auch die Herausgabe des Wanderbuchs von Josef Wilhelm mit vielen Tourenvorschlägen durch die einmalige Landschaft des Kegelspiels. Er hoffe, dass viele Menschen sich an dieser Landschaft erfreuten.
Auch Regina Rinke, die seinerzeit die Vision von der „Wanderwelt Nummer 1“, der Rhön, geprägt hatte, bezeichnete diese Extratour als einen Beitrag, diesem Anspruch gerecht zu werden. Sie appellierte an die Zweigvereine in Hünfeld und Burghaun, diese Extratour als „ihren Weg“ anzunehmen und nach dem erfolgreichen Markieren auch weiterhin zu pflegen. Nur dies schaffe Nachhaltigkeit. Der Weg sei bewusst „idiotensicher“ markiert worden, da Wanderer von heute andere Ansprüche hätten als noch vor Jahren. Da heute beispielsweise in der Schule das Kartenlesen nicht mehr vermittelt werde, brauche es eine detaillierte Markierung, um die Wanderer zu führen.
Pfarrer Rudolf Zeller aus Rasdorf, der die kirchliche Segnung des Weges vornahm, mahnte zum Respekt vor Gottes Schöpfung, die auf diesem Weg erlebt werden könne.
Die Extratour wurde in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Rhön und dem Rhönklub sowie mit den beteiligten Mitgliedskommunen entwickelt und übertraf die notwendige Bewertung für einen „Premium-Wanderweg“ nach den Qualitätskriterien des Deutschen Wanderinstituts mit 41 gegenüber notwendigen 35 Punkten sehr deutlich. Diese Zertifizierung ist bis zum Jahr 2011 gültig und muss dann in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Zu den Extratouren ist mittlerweile im Buchhandel auch eine Broschüre erschienen, die zum Preis von 4,80 Euro alle „Extratouren“ des Hochrhöners beschreibt.





