Gersfeld. Steppenwind über dem Roten Moor, Regensturm auf der Wasserkuppe: Die hessische Rhön zeigte den Mitgliedern des Landtagausschusses für Umwelt und Landwirtschaft bei deren Besuch verschiedene Gesichter. Und die zwölf Abgeordneten, von denen einige das erste Mal in dem Mittelgebirge waren, zeigten sich begeistert. Über 1 600 Tierarten allein in den Quellbereichen der Rhön – da staunte selbst der Ausschussvorsitzende Heinrich Heidel (FDP), und seine Stellvertreterin Ursula Hammann (Grüne) fand Formulierungen, die aus der Feder eines Touristikers stammen könnten: „Die Rhön ist eine Perle in Hessen“. Anlass dieses Besuchs der Abgeordneten, die nach Hamanns Worten nur sehr selten solche Reisen unternehmen, war das 20-jährige Bestehen des Biosphärenreservats Rhön in diesem Jahr und eine Einladung vom Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats, Torsten Raab.
Stationen der Tour waren neben dem Roten Moor und der Wasserkuppe der Kesselrain, wo die Abgeordneten eine Quellenkartierung begleiteten, und das Bioenergiedorf Sieblos. Dabei trafen die Parlamentarier mit den Bürgermeistern Margit Trittin (SPD/Gersfeld) und Manfred Helfrich (CDU/Poppenhausen) sowie Vertretern der Bürgerinitiative „Rettet die Rhön! Alternativen zur B 87n“ zusammen.
Die neue Straße war nach Hammanns Worten aber nur ein Randthema des Besuchs der Landtagsmitglieder. Wichtiger war ihnen, sich über die Entwicklung der Kernzone im Biosphärenreservat zu informieren. In Hessen fehlen noch als Kernzone ausgewiesene Flächen, um die von der UNESCO geforderten drei Prozent Fläche Kernzone zu erreichen. 200 Hektar Staatswald stehen nach Angaben des Referatsleiters im Umweltministerium Peter Stühlinger schon zur Verfügung, außerdem sollen 74 Hektar Privatwald gekauft werden. Durch Grundstückstausch und Kauf soll das Land nach Vorstellung der Abgeordneten die fehlenden 130 Hektar erwerben, um so die drei Prozent in Hessen voll zu machen.
Torsten Raab war zuversichtlich, dass dies schon im Jahr 2011 vollzogen werden könne. Für die länderübergreifende Arbeit in der Rhön gab es Lob von den Abgeordneten. Mit der Dachmarke sei in der Rhön etwas geschafft worden, worum in anderen Regionen noch gerungen werde, erklärte Ausschussvorsitzender Heidel anerkennend.
Foto: Bernd Götte