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Wallfahrt Pfarrei St. Goar nach Flüeli/Schweiz

Flieden. Am 2. Juni 2011 ist es nach zwei Jahren wieder so weit: Im Anschluss an die Christi-Himmelfahrts-Prozession beginnt in Begleitung von Pfarrer Thomas Maleja und Kaplan Jürgen Kämpf die traditionelle Wallfahrt zum Hl. Nikolaus von Flüe, die wir in diesem Jahr erstmals über drei Tage unternehmen. Am Abend erreichen wir wohlbehalten unser heutiges Ziel Alpnachstad. Der Vormittag des zweiten Tages ist ausgefüllt mit dem Besuch in Sachseln, in Flüeli mit Ranft-Schlucht und einer meditativen Wanderung auf dem Visionenweg. In der Pfarrkirche Sachseln begrüßt Pater Banz unsere Pilgergruppe und berichtet aus dem Leben des Heiligen; ehrfurchtsvoll bestaunen wir das Gewand von Bruder Klaus, sein „Gebetbuch“, das Radbild, und seinen gläsernen Sarkophag in der Seitenkapelle.

Anschließend setzen wir unseren Weg fort, hinauf nach Flüeli, Geburts- und Wohnort von Bruder Klaus. Dort besichtigen wir das Wohnhaus der Familie. Dann führt uns der steile Weg hinab in den Ranft. Höhepunkt des heutigen Tages ist die Feier der von Pfarrer Maleja und Kaplan Kämpf zelebrierten Hl. Messe in der Ranftkapelle, wohin sich der Heilige in die Einsamkeit der Gebirgsschlucht zurückgezogen hatte, um seiner besonderen Berufung in die Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus zu folgen. In einer winzigen Klause – ausschließlich vom Heiligsten Sakrament lebend – diente er hier Gott und den Menschen als Friedensstifter und Ratgeber. Kaplan Kämpf führt in seiner Predigt aus, dass Liebe ohne Leiden, ohne Verzicht und Loslassen nicht möglich ist, wie wir von Bruder Klaus und seiner Frau Dorothea lernen.

Das bekannte Gebet des Heiligen ist die Zusammenfassung des Ringens, Bittens und Suchens nach Gottes Willen für seinen Weg, den auch jeder von uns auf je eigene Weise finden muss. Nach der Mittagspause wandern wir betrachtend auf dem Visionenweg von Flüeli nach Sachseln, um den Offenbarungen an Bruder Klaus nachzuspüren, in denen sich ihm Gottes Wille zeigte. Die modernen Skulpturen in herrlicher Landschaft werden uns mit entsprechendenden Texten nahegebracht und schließen jeweils mit dem Auftrag, in Stille darüber nachzusinnen, wo und wie Gottes Wille sich im je eigenen Leben erkennen läßt, was der Herr von mir erwartet. Blühende Sommerwiesen, Vogelstimmen, wunderbare Ausblicke auf den Sarner See und die umliegenden Berge machen es leicht, den Schöpfer zu erkennen und ihm für all diese wunderbare Pracht zu danken.

Die Nachmittagsfahrt auf der Panoramastraße zur Mörlialp verschwindet im Nebel und endet in der prachtvollen den Aposteln Petrus und Paulus geweihten Kirche von Sarnen, wo wir den Tag mit dem Beten der Vesper beschließen. Die Laudes in der kleinen Kapelle neben unserem Hotel in Alpnachstad bildet den Beginn des dritten und letzten Tages unserer Pilgerfahrt. Auf dem Vierwaldstätter See schippern wir bei strahlendem Sonnenschein nach Kehrsiten Dorf. Wunderschön direkt am Ufer liegt die Dorfkapelle „Maria Linden“, deren Ursprung auf zwei Fischer zurückgeht, denen die Muttergottes in dem an dieser Stelle stehenden Lindenbaum erschien. Hier feiern wir Hl. Messe, und ausgehend vom Evangelium von der Hochzeit zu Kana greift Pfarrer Maleja das Marienwort auf „Was ER sagt, das tut“.

Es gilt Christen aller Zeiten und damit auch uns heutigen Pilgern. Bruder Klaus und Dorothea haben es beherzigt und uns ein leuchtendes Beispiel der Übersetzung ins eigene Leben gegeben. Im Anschluss an die Hl. Messe haben wir eine Begegnung mit Schwester Benedikta von der Kongregation der „Spirituellen Weggemeinschaft“, die uns kurz die Entstehungsgeschichte der Kapelle und das Wirken ihrer Gemeinschaft skizziert. Dann setzen wir unseren Weg per Schiff fort nach Luzern. Nach individueller Pause in diesem Bilderbuchort der Schweiz geht es dem letzten Ziel unserer diesjährigen Pilgerreise entgegen, dem bekannten Wallfahrtsort Einsiedeln. Mittelpunkt der monumentalen Klosteranlage ist die Gnadenkapelle mit ihrer berühmten Madonna; die Gründung geht auf den Hl. Meinrad zurück.

Voll Dankbarkeit und Freude nehmen wir an der Vesper der hier beheimateten Benediktinermönche teil – feierlicher liturgischer Abschluss unserer Pilgerreise. Die Tage waren geprägt von der Feier der Hl. Messe mit je eindringlichen Predigten unserer Priester, dem Mitbeten des Stundengebetes der Kirche sowie besinnlichen und lehrreichen Texten aus dem Leben des Hl. Nikolaus von Flüe und seiner Frau Dorothea, um so auch das Pilgern auf dem eigenen irdischen Lebensweg vor Gott und Kirche zu reflektieren. Im fürbittenden Gebet wurde auch der Anliegen der Daheimgebliebenen, unserer Pfarrei und der ganzen Kirche gedacht. Möge Gott auf die Fürsprache des Hl. Bruders Klaus seinen Segen schenken.

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