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Familienbildung verschafft „Aha-Erlebnisse“ und stärkt Erziehungskompetenz

Fulda. Mobilität und Dynamik, demographischer Wandel und veränderte familiäre Strukturen – die Herausforderungen, die Eltern im täglichen Leben bewältigen müssen, sind immens. Dass die meisten Familien Unterstützung und Begleitung brauchen können, steht wohl außer Frage. Von daher kommt Familienbildungsstätten eine ganz besondere Bedeutung zu. In der Region gibt es einige Einrichtungen, die sich dem Thema mit hoher Professionalität widmen. Eine davon ist die Volkshochschule des Landkreises Fulda, die mit ihren vielfältigen Informations- und Bildungsangeboten für Kinder und Eltern auch zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz beiträgt. Lesen Sie dazu das Interview mit Studienleiter Stefan Will.

Welchen Stellenwert nimmt Familienbildung im vhs-Konzept ein?

Familienbildung ist eine unserer Bildungssäulen und von jeher Bestandteil des vhs-Konzepts. Unser Familienprogramm deckt alle Bereiche der Förderung des Kindes, aber auch der Kompetenzerweiterung der Eltern ab.

Sie haben sich also breit aufgestellt?

Ja, in Sachen Familienbildung haben wir uns breit aufgestellt. Es gibt Basisangebote, Klassiker, die schon seit Jahren gut laufen und immer wieder nachgefragt werden, Angebote, die den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geschuldet sind, aber auch Randthemen. Dabei decken wir im Kern die Bereiche Erziehung, Bildung, Gesundheit und Bewegung ab.

Können Sie Beispiele nennen?

Zu den Randthemen zählen beispielsweise Entspannungskurse für Kinder oder „Feng-Shui – Wie gesund schläft Ihre Familie“. Mit unserem Babysitterkurs oder dem Tagesseminar „www ist schon okay – Kinder im Internet“ wollen wir den aktuellen Herausforderungen gerecht werden. Zu unseren Klassikern gehören die Kleinkindertreffen (1-2 Jahre) und Miniclubs (2-3 Jahre), „Eltern in der Pubertät ihrer Kinder“ oder „Babytalk – die Feinzeichen des Babys verstehen“.

Gibt es Angebote, bei denen die Nachfrage besonders groß ist?

Sehr gut nachgefragt werden die Elternabende, die Kindergärten und Grundschulen bei uns buchen können. Unsere Dozenten gehen in die Einrichtungen, halten einen Impulsvortrag zu einem bestimmten Thema und suchen dann das Gespräch mit den Eltern. Die Einrichtungen zahlen für diesen Abend 40 Euro, der Landkreis zahlt den Rest.

Gibt es auch „Ladenhüter“?

So würde ich es nicht ausdrücken. Es gibt Angebote, die wirklich eine Berechtigung haben, aber trotzdem nicht so stark nachgefragt werden.

Warum ist das so?

Ich denke, dass Familienbildung fälschlicherweise zu oft im Zusammenhang mit einem Defizit gesehen wird. Nach dem Motto: „Ich kann etwas nicht und muss mich deshalb weiterbilden“. Dabei geht es bei der Familienbildung doch eher darum, Neues zu entdecken, mal die Perspektive zu wechseln, die eigenen Kompetenzen zu erweitern und damit letztendlich den Familienalltag zu vereinfachen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass Eltern noch mehr Offenheit gegenüber unseren Familienbildungsangeboten entwickeln und die Möglichkeiten entdecken. Ich glaube, dass sich die investierte Zeit wirklich auszahlt, weil das erworbene Wissen zu vielen Aha-Erlebnissen führt. Denn letztendlich helfen unsere Angebote auch dabei, das eigene Kind viel besser zu verstehen.

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