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Biosphärenreservat Rhön schult Bergwacht Hessen

Rhön. Zu einem viertägigen Fachseminar trafen sich die Naturschutzwarte der Hessischen Bergwacht im Biosphärenreservat Rhön. Die zwölfköpfige Gruppe informierte sich grundlegend über das Biosphärenreservat Rhön und insbesondere über Naturschutzprojekte. Höhepunkte der Exkursion waren die Besuche im Roten Moor, eine Orchideenwanderung an der Wasserkuppe sowie eine naturschutzfachlich-kulturhistorische Wanderung zur Milseburg. Der erste Besuchstag war geprägt von den Themen Hochmoorschutz und großflächige Beweidung.

Unter Führung des Rangers Michael Müller wurden auf dem großen Moorrundpfad um das Rote Moor die besonderen Belange des Hochmoores als CO2-Speicher, aber auch die Bedeutung der traditionellen Kulturlandschaft dargestellt. Der zweite Exkursionstag stand im Zeichen der Nutzung regenerativer Energien und der Artenschutzprojekte rund um die heimischen Fließgewässer. Stefan Gensler von Sieblos erläuterte die Hackschnitzelheizanlage und das Nahwärmenetz, mit dem Waldgenossen von Sieblos ihr Dorf mit Wärme versorgen.

Joachim Walter zeigte dann an heimischen Bachläufen die Besatzmaßnahmen mit Deutschen Edelkrebsen und wies auf die Schwierigkeiten bzgl. der „Verseuchung“ etlicher Gewässer durch Amerikanische Krebsarten hin. Die Grundlagen des Biosphärenreservats, Auftrag, Zielsetzzungen und Projekte erläuterte in einem Vortrag Martin Kremer. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die historische Bedeutung der Wasserkuppe als Berg der Flieger und die besondere Herausforderung eingegangen, die Naturschutzbelange und den Fremdenverkehr an dem Hauptbrennpunkt Wasserkuppe zu harmonisieren.

Ranger Joachim Walter stellte in einem weiteren Fachvortrag die Aufgabenfelder der Naturwacht vor. Er legte Wert darauf, dass die hessischen Ranger in Augenhöhe mit den Besuchern diskutieren und die Umweltbildung höchste Priorität genießt. Orchideenexperte Marco Klüber nutzte dann den verbliebenen dritten Tag für eine Orchideenexkursion rund um die Wasserkuppe. Über 40 Orchideenarten hat Klüber inzwischen in der Rhön nachgewiesen. Am Beispiel der im Wasserkuppenumfeld vertretenen Arten erläuterte er Lebensraumansprüche und Gefährdungssituation sowie Maßnahmen zu deren Schutz.

Zum Abschluss des Exkursionstages stand dann die Verkostung regionaler Spezialitäten im Fuldaer Haus oben auf der Prioritätenliste. Hubert Stumpf führte die Aktiven der Bergwacht anschließend auf die Milseburg. Im Mittelpunkt dieser Wanderung standen Fragen rund um die Ausweisung von Kernzonen in der Rhön sowie die geschichtliche Bedeutung der Milseburg als alter keltischer Siedlungspunkt. Jürgen Amon, Hauptnaturschutzwart der Hessischen Bergwacht, zeigte sich begeistert vom Programm und den vielfältigen Eindrücken. Er konstatierte, dass alle Teilnehmer viel über das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön als eine besondere und international geachtete Kulturlandschaft gelernt hätten.

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