Kleinsassen. Tatsächlich war der zweimalige Gewinn des Publikumspreises während der „Biennale Neues Aquarell“ 1999 und 2001 und das Stipendium der Kunststation Kleinsassen die Initialzündung für die russische Künstlerin, sich auf die freie Aquarellmalerei zu konzentrieren. Vorher war die 1968 nahe der estnischen Grenze geborene Absolventin der Petersburger Kunstakademie hauptsächlich als Illustratorin in Erscheinung getreten. Eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut. Schließlich stellt sie mittlerweile in ganz Europa, ja sogar in China aus. Besonders in England sind ihre Stillleben sehr gefragt. Aber auch in Deutschland können sich die Betrachter kaum dem Zauber ihrer Arbeiten entziehen, so handwerklich perfekt und gleichzeitig traumwandlerisch entrückt sind ihre Bilder.
„Fotorealismus könnte man dazu sagen,“ so der Gastredner Elmar Hegmann von der Galerie „Junger Kunstkreis“ in Hünfeld, „doch trifft es das nicht ganz. Diese Bilder sind perfekter als ein Foto und von einer transparenten Leichtigkeit, wie man sie mit einer Kamera niemals einfangen kann.“ Wie sie das überhaupt hinkriegt, all die Feinheiten ihrer Stillleben von der Lichtspiegelung einer Glasvase bis zur Holzmaserung einer Tischplatte in dieser flüssigen Technik auf ein Blatt zu bannen, das fragte sich auch der Leiter der Kunststation, Peter Ballmaier, in seiner Einführung. „Ich gestehe, ich habe schon mal eine Lupe genommen um herauszubekommen, wie sie das macht. Es ist mir nicht gelungen.“
Angesichts solcher Meisterschaft und dem wachsenden internationalen Renommee der Künstlerin freute er sich, dass die sympathische Künstlerin Kleinsassen immer noch die Treue hält. Nahezu regelmäßig, im Abstand einiger Jahre, stellt Elena Bazanova hier aus. Vermittelt wurde der Kontakt ursprünglich über die ehemalige Mitarbeiterin der Kunststation, Viktoria Schäfer, die auch bei der Vernissage anwesend war, um zwischen Malerin und Publikum zu übersetzen. Sie kündigte an, dass Bazanova demnächst an der Akademie in Petersburg lehren wird und ein Buch zur Aquarellier-Technik sowie ein Video in Planung ist. Das wird die Fangemeinde dieser Technik freuen. So werden sie Gelegenheit haben, nicht nur Elena Bazanovas Bilder wiederzusehen, sondern auch vom Know How der Meisterin zu profitieren.
In Kleinsassen kann man die faszinierend gemalten Sonnenblumen, Kürbisse und Katzen noch den ganzen Sommer über genießen. Sie bilden einen spannenden Kontrast zu den expressiven Landschaftsaquarellen Hermann Hesses, die in den anderen Hallen zu sehen sind und sind doch ebenso wie diese von ansteckender Heiterkeit.
Die Ausstellung im Atelier der Kunststation dauert noch bis zum 25. September. (mb)
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KUNSTSTATION KLEINSASSEN
Anschrift: An der Milseburg 2, 36145 Hofbieber-Kleinsassen, Tel.: 06657-8002, www.kleinsassen.de
Öffnungszeiten: Di – So, 13 – 18 Uhr

