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Fotostorys für Kinder suchtkranker Eltern in Fulda erhältlich

Fulda. In Hessen leben nach Schätzungen der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) etwa 220.000 Kinder in einer Familie mit einem suchtkranken Elternteil. Eine solche Kindheit hinterlässt oft Spuren: Mindestens jedes dritte dieser Kinder wird aktuellen Untersuchungen zufolge selbst einmal suchtkrank. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen hat die HLS mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen und fachlicher Beratung von Drachenherz Marburg drei Fotostorys für zwölf bis 16-Jährige veröffentlicht. Die Fotostorys sind jetzt bei der Fachstelle für Suchtprävention in Fulda erhältlich.

“Die betroffenen Kinder leben in ständiger Unsicherheit, was ihre betrunkenen Eltern im nächsten Moment tun werden. Sie übernehmen schon früh Verantwortung und verlernen Kind zu sein. Dabei brauchen sie selbst Hilfe, aber die Hemmschwelle ist groß“, sagt Tina Wienröder von der Fachstelle für Suchtprävention in Fulda. Durch die Fotostorys, die altersgerecht nach dem Vorbild der “Bravo” aufgebaut sind, soll diese Hemmschwelle abgebaut werden. Sie informieren beispielsweise auch darüber, wie die Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen können. Außerdem werden dort am Bespiel der drei fiktiven Protagonisten Paul, Nils und Marie Alltagssituationen dargestellt, denen Kinder suchtkranker Eltern täglich ausgesetzt sind.

„Lange Zeit erhielten Kinder aus Suchtfamilien in Deutschland wenig Aufmerksamkeit und fielen allzu oft durch die Maschen bestehender Hilfesysteme. Wir sind froh, dass wir durch die Kooperation mit der HLS einen Beitrag leisten können, die schlimme Situation für die betroffenen Kinder zu verbessern“, so Ingo Rohde, Leiter der TK in Fulda.

Um das Hilfsangebot in der Region Fulda zu erweitern, bieten Tina Wienröder und ihr Kollege Ferdinand Ickes Ende Mai auch eine Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiter der ambulanten Jugendhilfe zum Thema “Kinder aus suchtbelasteten Familien” an. Wienröder: “Durch die Fortbildung lernen die Teilnehmer, wie sie mit betroffenen Kindern und ihren Eltern umgehen und gemeinsam nach Lösungen suchen können.”

Die Fortbildung richtet sich an alle, die mit Kindern aus suchtbelasteten Familien in ihrer Arbeit konfrontiert werden können: Erzieher, Lehrer, Pflegeeltern, Hebammen, Kinderärzte oder Vereine. Wer Interesse an einer Fortbildung zum Thema hat, kann sich unter wienroeder@diakonie-fulda mit Frau Wienröder in Verbindung setzen. Die Fotostorys können kostenlos in der Fachstelle für Suchtprävention in Fulda und der HLS angefordert werden. Auf den Internetseiten der HLS und der TK in Hessen stehen sie zudem zum Download bereit.

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