Marbach / Eiterfeld. Ein fordernder und von der Reservistenkameradschaft Eiterfeld erneut sehr gut ausgearbeiteter Wettkampf lag hinter den Teilnehmern des 12. Osthessischen Reservistentages, als Feldwebel d.R. Wolfgang Jost, der Leiter der Übung, zur Siegerehrung schritt. Die Marbacher Reservisten waren mit gleich drei Mannschaften zum Wettkampf angetreten, bei dem sich Reservistenmannschaften aus Hessen dem Vergleich im Militärischen Vielseitigkeitswettkampf gestellt hatten. Ein “gutes Gefühl“ hatten die Marbacher Wettkämpfer schon bei der Verkündung der Platzierungen, da man an den einzelnen Wettkampfstationen ordentliche Leistungen gezeigt hatte. Dass dann allerdings nicht nur der 3. sondern auch der 2. und auch der 1. Platz an die Reservisten aus Marbach ging, war ein sehr deutlicher Erfolg, der so nur selten gelingt.
Den ersten Platz belegte die Mannschaft Marbach 1 mit Hauptmann d.R. Volker Auel, Stabsunteroffizier d.R Christian Günther und Unteroffizier d.R. Willy Muder, den 2. Platz die Mannschaft Marbach 2 mit Leutnant d.R. Johannes Diegelmann, Hauptfeldwebel d.R. Matthias Göbel und Stabsgefreitem d.R. Thorsten Kiefer und den 3. Platz die Mannschaft Marbach 3 mit Leutnant d.R. Lukas Heil, Obergefreitem d.R. Florian Link und Obergefreitem d.R. Dominik Illichmann, die zudem noch den Sonderpokal für die schnellste Laufzeit bei der Station “Eilmarsch“ aus den Händen des Eiterfelder Bürgermeisters entgegen nehmen konnten.
Die Wettkampfinhalte richteten sich, so wie es auch der Standard bei Wettkämpfen für Reservisten ist, am aktuellen Aufgabenspektrum der Bundeswehr aus, bei dem sich die Soldaten in einem Spannungsfeld zwischen einerseits sich feindlich gesinnten ethnischen Gruppen, der Bedrohung durch terroristische Angriffe und andererseits den Vorgaben der politischen Führung für den Einsatz und die humanitäre Hilfe befinden.
Nach Einweisung in die aktuelle Lage in der Operationszentrale (OPZ) begaben sich die Mannschaften auf den ca. 15km langen Patrouillenweg, um an bestimmten Kontroll- und Beobachtungspunkten aufzuklären oder Kontakt mit der Bevölkerung bzw. eigenen Truppen aufzunehmen. So bestand der erste Auftrag darin, einen EOD (Explosive Ordnance Disposal) Trupp, der in der Nähe der Ortschaft Wölf eingesetzt war, um Blindgänger und Minen zu erfassen sowie den Bereich zu sichern, zu unterstützen. Im Verlauf der Erfassung und Meldung der verschiedenen Kampfmittel kam es zu einer Detonation, bei der 2 Mitglieder des EOD Trupps verletzt wurden. Gefordert war, die beiden Verletzen aus dem Gefahrenbereich zu retten und ihnen entsprechende Erstversorgung zukommen zu lassen. Nach der Überstellung der Verletzten an den Sanitätstrupp konnte die Patrouille fortgesetzt werden.
Nach weiteren Übungseinlagen traf man in einem Waldstück auf schwer bewaffnete irreguläre Kräfte, die einen illegalen Checkpoint eingerichtet hatten, Schutzgeld erpressten und gewaltsam gegen einen Angehörigen einer anderen Bevölkerungsgruppe vorgingen. Hier galt es die Konfliktparteien möglichst schnell zu trennen, ohne die Situation eskalieren zu lassen. Mitten im Geschehen wurde die Patrouille plötzlich beschossen, so dass man zunächst sich selbst und die Zivilisten in Deckung bringen musste. Mit Ruhe und Erfahrung brachten die Marbacher Wettkämpfer die Lage in den Griff, so dass die zur Unterstützung angeforderten Feldjäger den Einsatz übernehmen konnten.
Kurz vor der Rückkehr zum Basislager wurde die Patrouille in ein Gefecht verwickelt, in dessen Verlauf Munition und Kampfmittel über eine ca. 3m hohe Mauer in die Kampfstellung transportiert und Angreifer bekämpft werden mussten. Die gute Zusammenarbeit zwischen den älteren und den jüngeren Wettkämpfern der RK-Marbach trug sicherlich auch ihren Teil zu diesem deutlichen Erfolg bei und macht zuversichtlich im Hinblick auf die Deutschen Reservistenmeisterschaften im September 2011.