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Seelsorge im Spannungsfeld von Pluralität und Einheit – Bischof Bode hielt Vortrag bei Männertagung

Fulda (bpf). Zum Abschluss der traditionellen Haupttagung der Katholischen Männerarbeit im Fuldaer Bonifatiushaus sprach am Donnerstag der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, der Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode. Die Männerpastoral müsse die Männer auch in veränderten kirchlichen Strukturen in ihren vielfältigen Lebenssituationen ansprechen und damit positiv auf die allgemeine Seelsorge der Kirche Einfluss nehmen, so der Referent. Es gelte dabei besonders, die Menschen im Zueinander beider Geschlechter wahrzunehmen.

Männliche und weibliche Elemente gebe es auch in der Kirche in allen Bereichen. „Männerseelsorge ist eine Querschnittsaufgabe, wie auch die männlichen Lebensaufgaben in Ehe und Familie, Beruf, im Vereinsleben und bei Lebenskrisen sehr vielfältig sind“, hob Bode hervor. Es bestehe ein Spannungsverhältnis zwischen der Vielfalt bzw. der Offenheit gegenüber allen in der Pastoral und dem Dienst der Kirche, die Einheit zu gewährleisten. Kirche müsse bei der Identitätssuche der Männer Lebenshilfe leisten, denn sie bezeuge letztendlich die Hinwendung Gottes zu den Menschen.

Einheit in der Vielfalt heiße bei der Männerpastoral, dass sie dem Ganzen verpflichtet sein müsse, wobei der Bischof Katholizität auch als Vernetztheit mit anderen Gebieten der Pastoral verstanden wissen wollte. Zugleich bewege sich die Männerseelsorge laut Bode im Spannungsfeld zwischen der Nähe zu den Menschen einerseits und der Orientierung am Evangelium andererseits. Denn die Nähe zu den Menschen müsse auch in der Weite der heutigen Räume der Seelsorge (Großpfarreien etc.) gewährleistet werden. Der Höhepunkt katholischen Lebens finde seinen Ausdruck in der Feier der Eucharistie, zu der andere Formen des Gottesdienstes hinführen müssten.

„Neue und größere Seelsorgeeinheiten bewirken neue Formen von communio“, zeigte sich der Bischof überzeugt. Dabei sei eine Balance von Weite und Tiefe wie auch von Freiheit und Bindung wichtig. „Eine Großpfarrei beispielsweise funktioniert nur als Netzwerk.“ In der Kirche von heute sei ein Miteinander von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen mehr denn je vonnöten, um kirchliche Gemeinschaft auf menschlicher, pastorale und spiritueller Ebene zu bewirken. Das trinitarische Gottesbild – das schöpferische Wirken des Vaters, die Hingabe des Sohns an die Menschen und das Wirken des Hl. Geistes in den Menschen und ihrer Gemeinschaft – stelle das Urbild jeder Pastoral, auch der Männerseelsorge, dar.

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