Fulda. Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Oberbürgermeister Gerhard Möller die Teilnehmer des 1. Fuldaer Herztages am 7. Mai 2011 in der Orangerie in Fulda. Über 150 Ärzte aus Klinik und Praxis weit über Osthessen hinaus sind der überregionalen Veranstaltung gefolgt, die gemeinsam von der Kardiologie (Direktor Prof. Dr. Volker Schächinger) und der Herzchirurgie (Direktor Priv.-Doz. Dr. Hilmar Dörge) des Klinikum Fulda ins Leben gerufen wurde. Mit „Grenzen überwinden und Kooperation suchen“ könnte man den roten Faden beschreiben, der sich durch die Veranstaltung zog, erklärt Prof. Schächinger.
So war der Herztag in enger Kooperation mit dem Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) gestaltet worden, was von Dr. Jörg Simon, Vertreter des GNO, als vorbildliches Signal und Startschuss für weitere gemeinsame Veranstaltungen mit dem Klinikum Fulda bezeichnet wurde. Entsprechend waren zwei Fuldaer niedergelassene Kardiologen (Michael Conze und Dr. Wilhelm-Ludwig Wagner) mit aktiven Beiträgen in das Programm eingebunden, um die Betreuung der gemeinsamen Herzpatienten aus allen Perspektiven zu beleuchten.
Auch innerhalb des Klinikums wird die Partnerschaft verstärkt: „Kardiologie und Herzchirurgie wachsen zu einem Herzzentrum zusammen“ erläuterte Prof. Dr. Winfried Fassbinder in seiner Ansprache als Vertreter des Klinikums. Beispiel hierfür sind die gemeinsam durchgeführten minimal-invasiven Herzklappenimplantationen mittels Katheter und die geplante gemeinsame Herzstation mit einem Kurzliegerbereich, welche einen größeren Komfort für Herzkatheterpatienten bieten soll.
Die Referenten des Klinikums Fulda und hochrangige externe Wissenschaftler gaben einen fundierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen der Herzkreislaufmedizin, welcher neben den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch alltägliche praktische Aspekte und die spezifische Situation in Osthessen umfasste. Ein Beispiel hierfür ist das in der Testphase befindliche Projekt „Cardio Angel“, bei dem das Elektrokardiogramm (EKG) und andere Daten vorab aus dem Rettungswagen an die Klinik übermittelt werden, um die Herzinfarktbehandlung noch weiter zu verbessern. In diesem interdisziplinären Projekt kooperieren das Deutsche Rote Kreuz, der Rettungsdienst und das Klinikum Fulda eng miteinander. Durch vorbildliche Organisation des allgemeinen Rettungswesens im Landkreis Fulda und der kardiologisch-intensiv-medizinischen Versorgung im Klinikum Fulda, ist die Überlebenschance von Patienten nach eingetretenem Herzinfarkt in unserer Region schon jetzt besonders gut.
Einen spannenden Blick über den Tellerrand der Herzkreislaufmedizin gab Frau Prof. Dr. Marion Haubitz, Direktorin der Medizinischen Klinik III (Nephrologie) Â am Klinikum Fulda, indem sie das enge Zusammenspiel von Herz- und Nierenerkrankungen erklärte. Nach fast 5 Stunden Vorträgen und konzentrierter Aufmerksamkeit bildete ein Potpourri von praktischen Fallbeispielen und faszinierenden dreidimensionalen Herzultraschallbildern aus dem Echokardiographielabor einen aufregenden Abschluss der Veranstaltung. „Unser erster Herztag war auf Anhieb ein großer Erfolg“ resümierte Priv.-Doz. Dr. Dörge, der zugleich ankündigte die Veranstaltung im kommenden Jahr zu wiederholen.