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Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Frédéric Champion am 14. Mai

Fulda. Frédéric Champion, ein Schweizer Gast, wird am 14. Mai um 13.00 Uhr thematisch orientiert ein Programm mit Transkriptionen spielen. Deutsche und französische Romantik werden durch die klangvollen Namen Liszt und Franck verbunden. Passend zum Liszt-Jahr erklingen „Funérailles“ und die Legende N° 2 „Der Heilige Franziskus über die Wogen schreitend“. Der Kostenbeitrag für die Orgelmatineen beträgt 3,50 € (ermäßigt 2,50 €).

Frédéric Champion, geboren 1976 in Lyon, absolvierte seine musikalischen Studien am Conservatoire National de Région in Lyon in der Orgelklasse von Louis Robilliard, am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei Michel Bouvard, sowie am Centre d’Etudes Supérieures de Musique in Toulouse bei Jan Willem Jansen (Cembalo und Orgel). Weiterführende Studien auf dem Hammerklavier bei Yasuko Uyama am Conservatoire National der Région in Toulouse sowie bei Edoardo Torbianelli und Rudolf Lutz (Improvisation) an der Schola Cantorum Basiliensis runden seine Ausbildung ab. Zahlreiche Auszeichnungen bei international renommierten Orgelwettbewerben dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit: Erster Preis beim Wettbewerb Musashino in Tokio, Bachpreisträger beim Bachwettbewerb Leipzig, erster Preis beim Silbermannwettbewerb in Freiberg, zweiter Preis beim Kammermusikwettbewerb FNAPEC in Paris (Orgel und Perkussion), beim Internationalen Orgelwettbewerb in Luzern und bei “Musica Antiqua” in Brugge, sowie dritter Preis beim Darasse-Orgelwettbewerb in Toulouse.

Im Oktober 2008 wurde Frédéric Champion erster Preisträger sowie Gewinner des Publikumspreises des Internationalen Orgelwettbewerbes in Montreal (CIOC), Kanada. Als äußerst vielfältiger Musiker erstreckt sich sein Repertoire von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik und Uraufführungen. Sein besonderes Interesse gilt daneben der Transkription von Orchesterwerken und der Improvisation. Konzertverpflichtungen als Solist sowie mit Ensembles, Chören und Orchestern führten ihn in viele Länder Europas, nach Nordamerika und Asien. Radioaufnahmen entstanden u. a. für Radio Canada, Radio France, den ORF und den Bayrischen Rundfunk. Seine 2009 erschienene CD “Musique française pour Orgue” mit Werken u. a. von Widor, Saint-Saëns, Duruflé und Florentz, produziert vom kanadischen Label ATMA Classics, wurde von der internationalen Kritik begeistert aufgenommen: “Champion is one of the finest young organists you’ll ever hear!” (Choir and Organ, GB).

Die Kunst der Transkription

Samstag,14. Mai 2011 um 13.00 – 13.30 Uhr

Franz Liszt (1811 – 1886) Funérailles (aus Harmonies poétiques et religieuses)
Franz Liszt Legende N°2 : Der Heilige Franziskus über die Wogen schreitend
César Franck (1822 – 1890) Rédemption

An der Domorgel: Frédéric Champion, Winterthur-Schweiz

Franz Liszt „Funérailles“

Franz Liszt schrieb das Klavierstück „Funérailles“ im Oktober 1849. Das Datum vermerkte er neben dem Titel, was die Vermutung nahe legt, Liszt habe eine Trauermusik auf Fréderic Chopin, der im Oktober dieses Jahres starb, im Sinn gehabt. Möglicherweise handelt es sich aber auch um eine Gedenkmusik für Freunde des Komponisten, die in der ungarischen Revolution 1848/49 ums Leben kamen. Das Werk beginnt mit der Imitation dunkler Glockenschläge und steigert sich allmählich zu einem ohrenbetäubenden Höhepunkt. Nicolas Kynaston adaptierte das Werk recht frei, um die pianistische Grandezza Liszts bestmöglich auch auf der Orgel zur Geltung zu bringen.

César Franck

Der im belgischen Lüttich geborene Komponist von mütterlicherseits deutscher Abstammung kam nach ersten Studien am Königlichen Konservatorium in seiner Geburtstadt mit dreizehn Jahren nach Paris. Dort erhielt er 1838 am Konservatorium den ersten Preis in Orgel (Klasse Benoist). Sein Vater, ein bescheiden situierter Bankangestellter, hatte beschlossen, aus César einen berühmten Klaviervirtuosen zu machen. Der Sohn brach jedoch 1845 die Beziehung zu seinem Vater ab, als dieser der Heirat mit Félicité Desmousseaux nicht zustimmen wollte. 1846 fand der junge Franck eine erste Anstellung als Chororganist an der Kirche Notre-Dame-de-Lorette. 1851 wechselte er an die Kirche Saint- Jean-Saint-François (heute: Sainte-Croix-Saint Jean, Paris, an der ihm eine 1846 erbaute, zweimanualige Cavaillé-Coll-Orgel mit 18 Registern zur Verfügung stand, über die sein viel zitiertes Diktum überliefert ist: „Mon orgue, c’est un orchestre“ („Meine Orgel, sie ist ein Orchester“).

1854 nahm Franck erstmalig an einer Orgeleinweihung (Saint-Eustache) teil. Nach anfänglicher Anstellung als Kapellmeister der neuerbauten Basilika Saint- Clotilde wurde er schon vor Fertigstellung der Orgel (Dezember 1859) in das Amt des Organisten berufen. Cavaillé-Coll sorgte für die Mitwirkung seines Freundes an zahlreichen Orgeleinweihungen, zu deren Anlass Franck erste umfangreichere Orgelwerke schrieb (Trois Pièces). Im Jahre 1871 war er Mitbegründer der Société nationale de musique, die sich die Förderung der neuen französischen Musik zur Aufgabe gesetzt hatte. Ein Jahr später wurde ihm die Nachfolge Benoists als Orgellehrer des Konservatoriums anvertraut – eine Stelle, die er bis zu seinem Tode innehatte. Anfang Juli 1890 erlitt Franck bei einem Zusammenstoß mit einer Pferdekutsche eine schwere Brustverletzung und starb vier Monate später.

Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter www.orgelmusik.bistum-fulda.de.

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