Tann. Seit vergangenem Sonntag haben die Museen in Tann ihre Türen für alle Besucher geöffnet. Zum Start in die neue Saison dürfen die Gäste gespannt sein auf besondere Ausstellungen und interessante Angebote. Täglich zwischen 10 bis 17 Uhr, außer montags, können die Museen jetzt wieder besucht werden.
“Mit der Neuauflage unseres beliebten Stadt- und Museumsführers haben die Touristen einen wichtigen Begleiter zur Hand, um sich über die Museenlandschaft in Tann zu in-formieren. Ebenfalls neu im Broschüren-Programm ist ein Gastgewerbeführer, den die Kommunen Ehrenberg, Hilders und Tann als gemeinsames Projekt herausgegeben haben“, informiert die stellvertretende Tourist-Info-Leiterin Christine Grob. Mit dem Erwerb des Museumstickets hat der Gast die Möglichkeit, den Sagenkeller, das Museumsdorf, die geologische Dauerausstellung Steinreich, das Tanner Stadttor sowie das Naturmuseum zum Preis von insgesamt vier Euro je Erwachsenem und 2,50 Euro für Kinder und Jugendliche zu besichtigen. Pro Familie kostet das Museumsticket zwölf Euro und ebenso zum Eintritt in alle fünf Museen berechtigt die innovative OpaOmaEnkel-Card, die für 11,80 Euro in der Tanner Tourist-Info erhältlich ist. Spezielle Führungen durch Museumsdorf und Naturmuseum können zum Preis von 30 Euro je Besuchergruppe individuell mit den Mitarbeitern der Tourist-Information vereinbart werden.
Die Gebäude des „Rhöner Museumsdorfes“, das sich aus drei historischen Rhönhöfen und einigen Nebengebäuden zusammensetzt, sind teilweise älter als zweihundert Jahre. Zu se-hen sind hier unter anderem ein geräumiger Dreiseithof, ein bescheidener Zweiseithof sowie ein ärmlich ausgestattetes Hüttneranwesen, die allesamt Rückschlüsse auf den sozialen Stand ihrer früheren Bewohner zulassen. Detailgetreu wurden die Innenräume nachgestaltet. So können die Museumsbesucher einen Blick auf Original-Möbel und Einrichtungsgegens-tände wie einen Schreibschrank und Ohrensessel, ein Spinnrad und Kinderschaukelpferd oder auch auf einen typischen Uhrenkasten sowie einen mannshohen Stubenofen werfen. Die alten Häuser wurden nicht nur mittels der Original-Baustoffe, sondern auch durch Nut-zung überlieferter Arbeitstechniken wiederaufgebaut.
In einem ehemaligen Teil des Tanner Schlosskomplexes ist das Naturmuseum eingerichtet. Hier finden die Tann-Touristen beispielsweise selten gewordene oder zum Teil gar nicht mehr in der Rhön vorkommende Tier- und Pflanzenarten. Präparierte Exemplare von Fuchs, Dachs, Hase, Reh, Sperber und Stockente finden sich neben Seltenheiten wie Birkwild, Rebhuhn sowie dem in der Kernrhön heute kaum noch beheimateten Rothirsch. Aus den Reihen der in unseren Gefilden bereits ausgestorbenen Tierarten sind etwa Wolf, Braunbär und Auerwild vertreten.
In der Eingangshalle im Erdgeschoss des Naturmuseums wird der Gast etwa von in Lebens-größe nachgebildeten Eiszeitmenschen und imposanten Großtieren wie Elch und Wisent empfangen, die einen ersten Eindruck vom Leben in der Rhön zwischen Eiszeitalter und Neuzeit vermitteln sollen. Ein Feuer spuckendes Vulkanmodell weist auf den vulkanischen Ursprung des Rhöngebirges hin. Im Obergeschoss des Naturmuseums finden regelmäßig Ausstellungen verschiedener regionaler Künstler statt. „Christliche Glaubenszeugnisse in der Kunst gestern und heute“ heißt eine noch bis zum 24. April gezeigte Ausstellung, bei der unter anderem eindrucksvolle Fotoaufnahmen von Carola Nicolaus aus Tann zu sehen sind, die einen Teil ihrer Arbeit auch den Bildstöcken und Wegkreuzen in der Rhön gewidmet hat. Zum gleichen Thema warten auch Skulpturen und Bilder von Doris Reim aus Mansbach so-wie von den Schülern der Schnitzschule in Empfertshausen auf die interessierten Besucher. Ziemlich deftig wird es zugehen beim mittelalterlichen Haxenessen am 16. und 17. Juli im weiträumigen Hofgelände des Museumsdorfs. Außerdem soll am Samstag des gleichen Wochenendes in der angrenzenden Kulturscheune ein amüsantes Bauerntheater die Zuschauer begeistern. Und bereits am letzten Juniwochenende lädt der Rhöner Musiker und Maler Michael Dickmann, der eine Vorliebe für exotische Saiteninstrumente sowie für Musik von Blues bis Rock hat, zu einem bunten Konzert in die Kulturscheune ein.