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Krebsberatungsstelle Fulda bietet sozialrechtliche Unterstützung und psychologische Hilfen

Fulda. Am 1. Dezember 2010 hat die Hessische Krebsgesellschaft e.V. in der Lindenstraße 4a eine Psychosoziale Krebsberatungsstelle eröffnet. Dort berät Stefanie Diener (Foto) Patienten und Angehörige in allen Fragen, die mit der Krankheit zu tun haben. Die Beratung ist kostenfrei. Im Interview spricht die Diplom-Sozialpädagogin über die Inhalte und Ziele der Krebsberatungsstelle.

Seit wann sind Sie in der Krebsberatung tätig?

Ich habe Sozialpädagogik studiert, mein Anerkennungsjahr nach dem Studium im Klinikum Fulda absolviert und anschließend drei Jahre lang in einer orthopädischen Rehaklinik gearbeitet. Seit etwa vier Jahren bin ich in der Krebsberatung tätig. Im Klinikum Hanau habe ich das Brust- und Darmzentrum betreut und dort viel mit Krebspatienten gearbeitet. Darüber hinaus war ich auch Beraterin in der Erika-Pitzer-Krebsberatungsstelle in Bad Soden-Salmünster.

Wie wird das neue Angebot in Fulda angenommen?

Das Angebot wird sehr gut angenommen. Es gibt einige zuweisende Stellen wie beispielsweise das Klinikum Fulda oder das Frauenbüro, die unsere Arbeit sehr unterstützen.

Können auch Angehörige in die Beratung einbezogen werden?

Selbstverständlich. Patienten und Angehörige können gemeinsam bei uns beraten werden. Angehörige – dazu zählen Ehepartner, Kinder und Freunde – können sich aber auch alleine an uns wenden. Grundsätzlich ist die Angehörigenberatung ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Geplant ist, mittelfristig auch eine Angehörigengruppe in unser Angebot zu integrieren.

Wie läuft ein Beratungsgespräch ab?

Es gibt keinen standardisierten Ablauf. Manchmal kommen Patienten/Angehörige nur, um sich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren oder Informationsmaterial mitzunehmen. Manchmal werden Formulare ausgefüllt, manchmal geht es um psychologische Gespräche – die Anliegen sind also ganz unterschiedlich.

Mit welchen Fragen kommen Betroffene/Angehörige zu Ihnen?

In erster Linie geht es um sozialrechtliche Unterstützung und um psychologische Hilfen. Sozialrechtliche Themen sind Fragen zu Reha-Maßnahmen, Schwerbehinderung oder finanzielle Unterstützung. Bei den psychologischen Hilfen geht es um die Verarbeitung und Bewältigung der Erkrankung. Dabei steht der Umgang mit der Belastung meistens im Mittelpunkt. Oft können wir ganz konkrete Hilfen geben, manchmal verweisen wir auch an andere Stellen wie beispielsweise Selbsthilfegruppen.

Wie viele Beratungsgespräche sind in der Regel notwendig?

Auch das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist ein einziges Beratungsgespräch ausreichend. Manchmal kommen die Patienten mehrmals über einen längeren Zeitraum zu uns. In der Regel ist es so, dass bei psychologischen Beratungsgesprächen eher Folgetermine notwendig sind als in der Sozialberatung.

Was ist das Ziel der Beratung?

Ziel der Beratung ist es, die Patienten psychisch zu entlasten und eine Steigerung der Lebensqualität sowie einen besseren Umgang mit der Belastung zu ermöglichen.

Was raten Sie Menschen, die gerade eine Krebsdiagnose erhalten haben und sich völlig hilflos fühlen?

Ich würde ihnen raten, die Erkrankung nicht mit sich selbst auszumachen, sondern das Gespräch mit der Familie zu suchen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wer zu uns in die Krebsberatungsstelle kommen möchte, kann unter der Telefonnummer 0661/83398644 anrufen und kurzfristig einen Termin vereinbaren. Wer nicht persönlich vorbei kommen kann, den beraten wir gerne telefonisch und bei schweren Fällen kommen wir auch zu den Patienten nach Hause.

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