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Sozialplanung schafft mehr Fördergerechtigkeit

080319_sozialplanungdoc.jpgFulda. Die Bereiche allgemeine Schuldnerberatung und Familienbildung sowie die Bahnhofsmission Fulda erhalten in diesem Jahr mehr Fördermittel aus dem gemeinsamen Fördertopf von Landkreis und Stadt Fulda, Landeswohlfahrtverband Hessen und Land Hessen. Dies hat die Arbeitsgruppe Sozialplanung, die sich aus Vertretern von Landkreis und Stadt sowie der Ortsliga (AWO, Caritas, Diakonie, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, DRK und Jüdische Kultusgemeinde Fulda) zusammensetzt, empfohlen.

Die Arbeitsgruppe Sozialplanung wurde 2005 im Zuge der Neustrukturierung und Kommunalisierung sozialer Hilfen in Hessen gegründet. „In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben die Mitglieder das bisherige Förderwesen analysiert und Handlungsfelder definiert“, erklärt Jürgen Stock, Leiter des Fachbereichs Arbeit und Soziales beim Landkreis Fulda. In drei von insgesamt neun Handlungsfeldern konnte die Datenerhebung bereits abgeschlossen werden. Dass nun mehr Fördermittel in Schuldnerberatung, Familienbildung und Bahnhofsmission fließen, sei ein Ergebnis dieser Ist-Analyse und Bedarfserhebung.

„Nach der Analyse konnten wir einige Fördermittel umschichten oder für andere För-derzwecke zur Verfügung stellen“, ergänzt Winfried Möller, Caritasverband, als Sprecher der Wohlfahrtsverbände. So seien in 2006 und 2007 der Verein Suchthilfe Fulda, die Interventionsstelle des Sozialdienstes Katholischer Frauen und die Selbsthilfekontaktstelle des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes neu in das Förderprogramm aufgenommen worden. „Ein Ziel der AG ist es, für mehr Fördergerechtigkeit zu sorgen. Das wollen wir mit speziellen Förderrichtlinien, die wir für die einzelnen Förderbereiche erarbeiten, erreichen“, so Stefan Mölleney, Leiter des städtischen Amtes für Jugend und Familie.

Zudem habe der Landkreis Fulda, dem die Geschäftsführung der Arbeitsgruppe Sozialplanung obliegt, mit allen Einrichtungen, die kommunalisierte Landesmittel erhalten, einheitliche Zuwendungsverträge abgeschlossen. „In den Verträgen wird klar definiert, was wir von den Einrichtungen erwarten. Dazu gehört unter anderem auch ein Berichtswesen zur Erfolgskontrolle“, erläutert Jürgen Stock. Zukünftig sollen diese Verträge auch mit den Institutionen abgeschlossen werden, die keine kommunali-sierten Landesmittel erhalten.

Landrat Bernd Woide erklärt: „Die Arbeitsgruppe Sozialplanung hat in kurzer Zeit schon viel erreicht. Zum einen haben wir durch die Analyse des Ist-Zustandes einen genauen Überblick über die Förderlandschaft erhalten und können jetzt zielgenauer fördern, zum anderen hat sich durch den ständigen Kontakt der AG-Mitglieder die Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Stadt und Ortsliga entscheidend verbessert.“

Für das Jahr 2008 stehen rund 1,32 Millionen Euro Fördermittel für soziale Hilfen zur Verfügung. Mit dem Geld werden eine Vielzahl von Beratungsstellen, Vereinen, Selbsthilfegruppen und Institutionen in Stadt und Landkreis Fulda unterstützt.

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