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Sammeln für Frieden und Versöhnung

080315_kriegsgraber.jpgFulda. Für viele ist das Thema, über das Oberst a.D. Jürgen Damm erzählt, weit weg und im Grunde doch so nah. Vor 63 Jahren endet der Zweite Weltkrieg. Millionen Menschen haben damals ihr Leben verloren. „Auch der eine oder andere dürfte unter uns sein, dessen Großvater irgendwo auf der Welt ein Kriegsgrab hat“, ruft Damm erinnernd und mahnend seinen jungen Zuhörern im Grünen Zimmer des Stadtschlosses zu.

Ihnen gilt der von der Stadt und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gemeinsam gestaltete Empfang, mit dem ihnen für ihr fleißiges Sammeln von Spenden für die Arbeit des Verbands gedankt werden sollte. Wenn Damm die Erinnerung wach ruft, dann tut er es, um mit deutlichen Worten dafür zu appellieren, dass das, was vor mehr als einem halben Jahrhundert geschehen ist, sich nie mehr wiederholen darf. Der Volksbund sei eine große Friedensinitiative, betont Damm in einer sehr emotionalen Rede und fügt hinzu: „Wir sammeln für Frieden und Versöhnung.“

Teil dieser Friedensarbeit ist es auch, Schicksale von vermissten und gefallenen Soldaten im Osten zu klären. Eine „Herkulesaufgabe“. Und noch ist kein Ende dieses Auftrags absehbar. Derzeit ist Damm für eine 92-jährige Kriegerwitwe dabei, das Grab ihres 1943 gefallenen Mannes zu finden. „Immer wieder höre ich von den Hinterbliebenen: Wenn es doch nur ein Grab gäbe …“ berichtet der Volksbundvertreter, der sich sehr darum bemüht, Angehörigen einen Ort der Erinnerung zu geben und Nachkommen einen Ort, „wo sie Wurzeln finden“.

„Wir schauen nicht zurück, sondern nach vorne“, betont Damm mit Blick auf die Zielsetzung seines Verbandes und freut sich über das besondere Engagement junger Menschen, für den Volksbund sammeln zu gehen. Schließlich ist es notwendig, denn der Verband finanziert sich im Gegensatz zu vergleichbaren Organisationen in anderen Ländern wie England oder den USA zu 90 % aus Spenden.

Gemeinsam mit Fuldas OB Gerhard Möller dankte er allen Sammlern und insbesondere jenen, die ein besonders gutes Ergebnis hatten, mit einem Anerkennungspräsent. Kleine Aufmerksamkeiten gingen an Viktoria und Katharina Müller aus Harmerz, Jessica Herold und Viola Schneider, beide Schülerinnen des Marianums sowie Erich Krug aus Mittelrode. „Wir brauchen Menschen wie Sie, die mit ganzem Herzen dabei sind und die Botschaft des Volksbundes glaubwürdig weiter tragen, so wie es Oberst Damm tagtäglich tut“, erklärt Möller.

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