Fulda. Der „Offene Treff für Gehörlose“ ist offizielles Projekt des „Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008“: Europas Gesellschaften werden aufgrund der Migrationbewegungen und des weltweiten Austausches von Menschen und Kulturen zunehmend vielfältiger. Das Europäische Jahr 2008 soll dabei den Dialog der verschiedenen Kulturgemeinschaften untereinander fördern helfen.
Die Kommunikation der Gehörlosengemeinschaften untereinander und die Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden gewinnen im Rahmen dieser Entwicklung gleichfalls zunehmend an Bedeutung. Daher hatte sich der Sozialdienst des Caritasverbandes für Stadt und Landkreis Fulda e.V. für Gehörlose, Hörgeschädigte und deren Angehörige mit dem „Offenen Treff für Gehörlose“ offiziell als Projekt beworben und nun das Recht erhalten, das Logo des „Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs 2008“ verwenden zu dürfen.
Deutsche Gehörlose stellen in Deutschland durch die Gebärdensprache, durch eigene künstlerische Ausdrucksformen und durch ihr gruppenspezifisches Verhalten bereits eine ganz eigene Gehörlosen-Kultur dar. Zudem wird der Fuldaer Gehörlosen-Treff neben den deutschen Gehörlosen u. a. von osteuropäischen Gehörlosen, zum Beispiel aus Russland, Polen oder Rumänien, besucht. Diese Menschen erfahren in diesem Kreis mehr Integration als in ihren sonstigen gesellschaftlichen Bezügen.
Somit findet im Offenen Treff innerhalb der Gehörlosen-Kultur und den unterschiedlichen nationalen Gruppierungen regelmäßig intensiver interkultureller Dialog statt. Kommunikation gibt es im Treff aber auch zwischen Hörenden und den Gehörlosen bzw. Hörgeschädigten – ein Austausch, der für beide Seiten lehrreich ist und von dem auch alle Beteiligten profitieren.