Fulda. Immer wieder wird die Frage diskutiert, wie sicher Schulbusse sind. Im Landkreis Fulda arbeiten Kreisverwaltung, Polizei und Lokale Nahverkehrsgesellschaft Hand in Hand, um größtmögliche Sicherheit zu bieten. Nach Angaben von Landrat Bernd Woide sorgen regelmäßigen Kontrollen und durchdachte Projekten dafür, dass die Schülerbeförderung möglichst gefahrenfrei abläuft.
Täglich werden etwa 12 600 Schülerinnen und Schüler mit rund 100 Bussen zu den Schulen des Landkreises befördert. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, führt der Fachdienst Schulen der Kreisverwaltung gemeinsam mit Schulen und der Polizei schon seit Jahren einschlägige Projekte durch.
So werden seit 1994 Schulbuslotsen eingesetzt, die verhindern sollen, dass es an den Haltestellen und in den Schulbussen zu Drängeleien, verbalen Konflikten oder Gewalthandlungen und Sachbeschädigungen kommt. Das Konzept hat Erfolg: mittlerweile sind flächendeckend rund 500 Schulbuslotsen im Einsatz. Dass sie ihre Aufgabe beherrschen, konnten die heimischen Lotsen bei dem bisher zweimal durchgeführten Landeswettbewerb der hessischen Buslotsen mit hervorragenden ersten Plätzen belegen.
An den Endhaltestellen der Schulbusse sorgen zuzüglich Absperrungen dafür, dass es nicht zu Drängeleien beim Ein- und Aussteigen kommt. Kreisweit sind zudem 45 Schülerlotsen eingesetzt, die an gefährlichen Stellen, wie zum Beispiel vielbefahrenen Straßen, das sichere Queren ermöglichen und somit die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen.
Zusätzlich werden seit 2001 in regelmäßigen Abständen Schul- und Linienbusse durch Polizeibeamte des Regionalen Verkehrsdienstes Fulda und Mitarbeiter des Fachdienstes Schulen der Kreisverwaltung kontrolliert. Bislang erfolgten 573 dieser unangekündigten Schulbuskontrollen, 150 Busse wurden allein im vergangenen Jahr kontrolliert. „Die regelmäßigen Kontrollen zeigen den gewünschten Effekt: in den meisten Fällen gibt es nichts zu beanstanden“, erläutert Rüdiger Seifert, stellvertretender Fachdienstleiter, den Erfolg des Sicherheitskonzeptes.
Bei den Überprüfungen werden unter anderem durch die Polizeibeamten die technische Ausstattung, das Vorhandensein geeigneter Halteeinrichtungen an den Sitzen in vorgeschriebener Höhe, die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und die erforderlichen Führerscheine überprüft, die Mitarbeiter des Fachdienstes Schulen kontrollieren die Pünktlichkeit sowie die Auslastung der Busse. „Wir haben mit der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Fulda als Auftraggeber des Linienverkehrs und den Betreibern der Schulbusse vertraglich vereinbart, dass nicht mehr als 75 Prozent der Stehplätze in den Bussen ausgelastet sein dürfen“, weist der stellvertretende Fachdienstleiter auf einen weiteren Aspekt hin, der regelmäßig überprüft wird.
Die Bemühungen um Sicherheit werden kontinuierlich und erfolgreich fortgesetzt, was auch die jüngsten Projekte und Kontrollen zeigen. So wurde in der letzten Woche in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Lehrgang für pädagogische Fachkräfte mit dem Thema „Richtiges Verhalten der Schülerinnen und Schüler bei der Schulbusnutzung“ durchgeführt. Routinemäßige Kontrollen erfolgten zuletzt am Mittwoch dieser Woche in Weyhers, Dipperz, Künzell und Hünfeld. Insgesamt wurden elf Busse überprüft, überwiegend ohne Beanstandungen.
„Es wurden lediglich kleinere Mängel festgestellt. Die betreffenden Beförderungsunternehmer und Busfahrer erhalten nun von der Polizei eine Mängelkarte und müssen ihr Fahrzeug zeitnah erneut vorführen beziehungsweise die fehlenden Unterlagen vorlegen“ , erläutert Dieter Rosenberger, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes das weitere Vorgehen.
Erfreut über den sichtbaren Erfolg des Sicherheitskonzeptes zeigt sich auch Landrat Bernd Woide. „Die regelmäßigen Kontrollen stellen immer wieder unter Beweis, dass es im Landkreis Fulda um die Sicherheit im Schul- und Linienbusverkehr gut bestellt ist“, betont Woide und spricht den hiesigen Beförderungsunternehmern und den Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Osthessen ein „dickes Lob“ aus.