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Präventionsrat beschäftigte sich mit Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen

Hünfeld. Der zunehmende Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen war eines der zentralen Themen der zweiten Sitzung des Präventionsrats der Stadt Hünfeld. Wie Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel dazu mitteilt, wurde in der Diskussion deutlich, dass dieses Problem auch in Hünfeld und im Hünfelder Land zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Deshalb will die Ordnungsbehörde der Stadt in den kommenden Wochen das Gespräch mit den Kirmesgesellschaften und anderen Veranstaltern suchen, bei denen häufig Jugendliche zu Gast sind. Dem Präventionsrat der Stadt Hünfeld gehören neben dem Leiter der Polizeistation Hünfeld, Klaus-Dieter Knüttel und Jürgen Bohl für die Bundespolizei, auch die Vorsitzende des Bürgerbeirats im Tiergartenviertel, Birgit Beutel, als Vertreter der Hünfelder Schulen, Stephan Schmitt, für die Hünfelder Kirchengemeinden, Burkard Melzer sowie der Leiter des Hünfelder Jugendtreffs, Guido Kalb, für die Hünfelder Kindergärten, Elke Hohmann und Vertreter des Jugendamtes des Landkreises Fulda an.

Neben dem Alkoholkonsum bei Veranstaltungen ist zunehmend auch das Phänomen des „Vorglühens“ zu beobachten, wurde in der Diskussion deutlich. Jugendliche träfen sich bevor sie abends erst um 10 Uhr ausgingen in privatem Kreis, um Wodka und andere Spirituosen zu trinken, um sich „in die rechte Stimmung“ für die Disco zu bringen. Eltern seien gut beraten, meinte ein Diskussionsteilnehmer, genauer hinzuschauen, was da in Jugendzimmern oder in Partykellern vor dem Besuch der Disco bereits geschehe.

Dies finde außerhalb der Zugriffsmöglichkeiten von Polizei und Ordnungsbehörden statt. Bei den Veranstaltungen selbst seien die Gastronomen oder die ausrichtenden Vereine gefordert, das Jugendschutzgesetz insbesondere im Hinblick auf die Abgabe „harter Getränke“ umzusetzen. Polizei und Ordnungsbehörden führten dazu regelmäßig stichprobenartige Kontrollen durch und führten schon im Vorfeld Gespräche mit den Veranstaltern. Dem soll auch das Gespräch dienen, dass die Ordnungsbehörde mit den Kirmesgesellschaften und anderen Vereinen, die insbesondere Discoveranstaltungen ausrichten, dienen.

Wirksam begegnet werden könne dem Problem nur, so der Bürgermeister, wenn alle Beteiligten, sowohl Veranstalter als auch Eltern und andere Aufsichtspersonen ihrer Verantwortung gerecht würden. Aufklärung allein, dies zeigten alle Erfahrung mit entsprechenden Kampagnen, nicht aus, um dieses Problem wirksam zu bekämpfen. Thomas Henkel, Leiter der Ordnungsbehörde der Stadt Hünfeld berichtete, dass die Stadt mittlerweile sehr intensiv gegen so genannte „Flatrate-Partys“ und so genannte „49 Cent-Partys“, bei denen harte Getränke billig abgegeben werden, vorgehe. Im vergangenen Jahr sei sogar eine Veranstaltung dieser Art komplett untersagt worden.

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