Fulda. Am 03.11.2010 veranstaltete der Deutsche Hebammenverband gemeinsam mit dem Klinikum Fulda, der Deutschen Familienstiftung und mit Unterstützung der Technikerkrankenkasse im Kurhaus in Wiesbaden eine Tagung zum Thema „Was können wir gemeinsam gegen die hohe Kaiserschnittrate tun?“, die Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik des Klinikums, wissenschaftlich leitete.
Die Schirmherrschaft hatte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner übernommen. Prof. Dr. Spätling stellte die von vielen Faktoren beeinflussten Entscheidungswege dar, die einerseits durch Medien und Internet, andererseits durch Haftungsdiskussionen stark beeinflusst sind. Im Rahmen der Tagung wurden gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeitet, die werdenden Müttern helfen, die Entscheidung bezügl. eines Kaiserschnitts zu treffen. Dies soll ihnen durch intensivere Unterstützung der Hebammen in Kooperation mit den niedergelassenen Frauenärzten erleichtert werden. Auch sollten Medienkampagnen die „normale“ Geburt, als die in den meisten Fällen gute und erstrebenswerte Art ein Kind auf die Welt zu bringen, bundesweit darstellen.
Der Anteil der Kaiserschnittgeburten an allen Entbindungen im Krankenhaus ist in Hessen auch im Jahr 2009 wieder angestiegen. Von insgesamt 48.405 Kindern, die 2009 im Krankenhaus geboren wurden, wurde bei jedem dritten Kind (34,4 Prozent) ein Kaiserschnitt durchgeführt. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 24 Prozent der Entbindungen.