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Biosphärenreservat im nationalen Fokus

Rhön. Zu einem Erfahrungsaustausch trafen sich die 15 Deutschen Biosphärenreservate auf Einladung des Bundesamtes für Naturschutz auf der Insel Vilm auf Rügen. Das Bundesamt für Naturschutz befand alleine aus der Rhön drei Projekte für würdig, im Rahmen der Tagung präsentiert zu werden. Vorgestellt wurden das Quellenprojekt, die Rhöner Apfelinitiative und das Naturschutz-Großprojekt Thüringer Rhönhutungen.

Zwar sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz Quellen per se geschützte Lebensräume, dennoch spielen sie im Naturschutz bislang eine eher unbedeutende Rolle. Über die Bedeutung informierten Stefan Zaenker vom Landesverband für Höhlen- und Karstforschung und Martin Kremer vom Biosphärenreservat Rhön die Teilnehmer. Quellen sind wichtige Indikatoren für den Klimawandel und geben unmittelbar Rückschlüsse auf die Qualität des Grundwassers. Im Grundwasser und in den Quellen herrscht reges Leben. In den bislang untersuchten 1.600 Quellen der Rhön wurden annähernd genauso viele unterschiedliche Arten wie Ruderfußkrebse, Rhönquellschnecke, Alpenstrudelwurm und viele andere Arten gefunden. Die bisherigen Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass in diesem geheimnisvollen Lebensraum noch vieles unentdeckt ist.

Michael Geier, Bayerische Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön, informierte über die Erfolge der Rhöner Apfelinitiative. Über 3.000 Rhöner Apfelbauern erzeugen Bio-Obst, das in heimischen Keltereien zu Säften, Apfelwein, Bränden, Apfelsekt oder Apfelcidre veredelt wird. Längst wird mit dem totgesagten Rhönapfel Geld verdient und viele Arbeitsplätze konnten in den vergangenen 15 Jahren im Rahmen des Projektes geschaffen werden.

Als drittes Rhön-Projekt stellte Petra Ludwig vom Landschaftspflegverband Thüringische Rhön das Bundesnaturschutz-Großprojekt Thüringer Rhönhutungen vor. Gezielt werden seit Jahren in der thüringischen Rhön im Rahmen des Projektes verbuschte Kalkmagerrasen wieder in Stand gesetzt und von örtlichen Schäfern intensiv gepflegt. Auch konnte die Schäferei unmittelbar unterstützt werden, zum Beispiel mit dem Bau eines Stalles oder dem Bau einer Brücke für den Schafstrieb. Bereits heute lassen sich die Erfolge absehen. Küchenschelle, Silberdistel und Orchidee kehren an ihre traditionellen Biotope zurück. Die seltene Berghexe, ein Schmetterling, profitiert unmittelbar.

Neben den Rhöner Projekten wurde zum Beispiel ein Kartoffelprojekt aus der Schorfheide, Teichrückverlegungen im Biosphärenreservat Mittlere Elbe, Jagdmanagementprojekte aus dem Pfälzer Wald sowie Umweltbildungsprojekte von Südost-Rügen und der Oberlausitz vorgestellt. Das Biosphärenreservat Vessertal stellte Maßnahmen zur Moorrenaturierung vor, und das Bliesgau informierte über das Projekt der bäuerlichen Bliesgau-Molkerei.

Die einzelnen Tagungsbeiträge werden demnächst in der Schriftenreihe des BfN veröffentlicht.

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