Fulda. Während bundesweit über das Thema Integration diskutiert wird, wird sie in Fulda intensiv gelebt. So organisierten der Arbeitskreis Kinder in den Stadtteilen Ostend und Ziehers-Süd in Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt Fulda ein großes Stadtteilfest auf dem Schulhof der Cuno-Raabe-Schule, bei dem Informationen vermittelt, Workshops angeboten und somit eine Begegnungsmöglichkeit für Menschen unterschiedlichster Herkunft geschaffen wurde. „Hier wird deutlich, dass Integration Spaß macht“, so Oberbürgermeister Gerhard Möller bei der Eröffnung des Festes.
HipHop und afrikanische Trommeln
Zahlreiche Angebote verwandelten den Schulhof in einen lebendigen Festplatz. Während vor allem Mädchen von einem HipHop-Workshop unter der Leitung von Anna Feuerstein vom Studio 82 begeistert waren, ließen sich die Jungen sowie viele Erwachsene vom Rhythmus afrikanischer Trommeln leiten, die Mitglieder der Global Villagers aus Hanau und Willy Petermann von der VHS des Landkreises Fulda vermittelten.
Verkehrszauberer und Pony
Die Kreisverkehrswacht bot unter anderem Geschicklichkeits- und Bewegungsparcours, Sehtests und eine Anleitung zum richtigen Anschnallen im Auto an. Andreas Wahler war als Verkehrszauberer vertreten, der viele Kinder mit seiner zauberhaften Verkehrserziehung mehrfach in seinen Bann zog. Besucher konnten beim Stand der Verbraucherberatung ein Elektrofahrrad ausprobieren und erhielten gleichzeitig Informationen darüber. Im wahrsten Sinne hoch zu Roß ging es beim Jugendmigrationsdienst B.O.J.E. e.V. zu, der eigens ein Pony mitgebracht hatte. Die Kindertagesstätte St. Elisabeth lud ebenso zu Bewegungsaktivitäten ein wie die Schulsozialarbeit an der Cuno-Raabe-Schule mit einer Slackline.
Vielfältige Informationen
An den Ständen der Polizei, der Migrationserstberatungen von Caritas und Kreidekreis sowie des Ausländerbeirats fanden immer wieder Menschen zum Informationsaustausch und zu anregenden Gesprächen zusammen. Die Ergebnisse aus den Workshops konnten abschließend zusammen mit der Siegerehrung eines Fahrradrennens der Bühne bestaunt werden. Wer im Laufe des Tages hungrig geworden war, hatte die Wahl zwischen dem Kuchenbuffet der Mütze und kulinarischen Leckerbissen aus Eritrea und der Türkei.
„Integration bereichert“
Werner Staubach, Lehrer an der Cuno-Raabe-Schule, und Stefan Mölleney, Leiter des Amtes für Jugend und Familie, waren sich als Initiatoren des Stadtteilarbeitskreises mit Oberbürgermeister Möller einig: „Integration bereichert. Wenn wir zu einem echten Miteinander einladen, entsteht ein Raum der Begegnung, in dem Integration zu einer Selbstverständlichkeit wird.“ Das beinahe 10-jährige Engagement des Arbeitskreises trage „sichtbare und leuchtende Früchte“. Mit der Informationsbroschüre, der Vernetzung der Angebote und der regelmäßigen Zusammenkunft der manchmal über 30 Akteure habe sich das Leben und Erleben in den Stadtteilen Ostend und Ziehers-Süd spürbar verändert. „Dieses Fest“, so meinten alle Mitwirkenden übereinstimmend, „ist ein Ausdruck und Höhepunkt unseres gemeinsamen Arbeitens für Integration – und wir machen weiter.“ (av)

