Written by 1:12 Alle Nachrichten

Optimale Behandlung am Lebensende – DGP und PalliativStiftung arbeiten Hand in Hand

Fulda. Durch den Freitod des Ehepaares von Brauchitsch in der Schweiz wird die öffentliche Diskussion um verschiedene Formen der Sterbehilfe weiter angeheizt. Das hochbetagte Ehepaar war nach Zürich gereist, um sich bei Exit „helfen“ zu lassen. Dies wundert umso mehr, da es bisher immer hieß, dass Exit ausschließlich Schweizer Bürgern kostengünstige Sterbehilfe per Mitgliedschaft ermöglicht. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) tritt seit 1994 dafür ein, dass die wissenschaftliche Grundlage für eine optimale Behandlung am Lebensende besser wird. „Wir haben in dieser Zeit enorme Fortschritte in der Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen gemacht“, stellt Prof. Nauck, der neue Präsident der DGP eindeutig fest.

„Vor Jahrzehnten war eine Behandlung eines qualvollen Todes mit schwerster Luftnot am Lebensende nur schwer möglich. Dies ist heute völlig anders. Wir können fast jedes Leiden am Lebensende angemessen lindern“. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen PalliativStiftung Thomas Sitte ergänzt: „Wir versuchen seit vielen Jahren dieses Wissen um die guten Möglichkeiten der Behandlung schwerkranker und sterbender Menschen zu verbreiten. Leider wird der Palliativversorgung immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Es ist nicht nötig den Freitod zu wählen aus Angst vor stärksten Schmerzen und furchtbarem Sterben!“

Beide Organisationen arbeiten Hand in Hand, um die medizinische Behandlung am Lebensende zu optimieren und das Wissen über hospizliche und palliative Betreuungsmöglichkeiten zu verbreiten. Leider wissen immer noch viele Behandler nicht, was heute an Linderung möglich ist und wie einfach diese auch im häuslichen Bereich umsetzbar ist. Ohne großen technischen Aufwand, mit guter Pflege können Schwerstkranke auch zu Hause in Würde sterben, ohne aus Angst vor Qualen ins Ausland reisen zu müssen.

Viele palliativmedizinisch weitergebildete Ärzte haben gemeinsam mit multidisziplinären Teams tausende von Patienten bis zum Tod begleitet. Sie sind mit Kolleginnen und Kollegen aller Fachrichtungen und Berufe vernetzt, so dass sich fast immer eine akzeptable Lösung findet. “Bevor man sich voller Verzweiflung an Sterbehilfeorganisationen wendet, sollte man sich zuvor immer von kompetenten Palliative Care Teams beraten lassen”, sagt Sitte. Dort nimmt man sich die notwendige Zeit, um über die vorhandenen Ängste zu sprechen.

www.dgpalliativmedizin.de www.PalliativStiftung.de

Visited 1 times, 1 visit(s) today
Close