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SPD des Landkreises Fulda besuchte Point Alpha

Rasdorf. Zu einem Gedankenaustausch haben sich die Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (SPD) und der Fraktionsvorstand der SPD-Kreistagsfraktion mit dem Vorsitzenden des Point Alpha Fördervereins e.V. Berthold Dücker sowie der Mitarbeiterin Frau Hergert auf dem Gelände des ehemaligen Observation Point der US Army getroffen.

In einem sehr offen geführten Gespräch stellte Dücker zunächst ausführlich und umfassend die Entwicklung sowie die Finanzsituation der Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte dar. Die Bundesländer Hessen und Thüringen haben in der Vergangenheit neben dem Landkreis Fulda und dem Wartburgkreis immer wieder Mittel für Auf- bzw. Ausbau sowie die laufende Unterhaltung dieser bedeutenden  Begegnungsstätte aufgewendet. Daneben haben die beiden Trägervereine Grenzmuseum Rhön „Point Alpha“ e.V. und Mahn-, und Gedenk- und Bildungsstätte „Point Alpha“ e.V. durch Aufwendung erheblicher eigener Mittel zum Bestand ganz wesentlich beigetragen.

Allein die jährlichen Einnahmen von rund 250.000 Euro pro Jahr belegten dies und machten auch die Bedeutung und die hohen Besucherzahlen deutlich. Die Anlage wird jährlich von mehr als 90.000 Menschen besucht. Insgesamt hatte sich in den letzten Jahren durchschnittlich ein Zuschussbedarf von rund 100.000 Euro ergeben.

In diesem Zusammenhang wurden laut Presseinformation Aspekte der zu gründenden “POINT ALPHA-STIFTUNG” diskutiert, an der sich auch die Stadt Geisa und die Gemeinde Rasdorf beteiligen werden.

Durch diese Stiftung soll die Gedenkstätte und ihre Arbeit von der finanziellen Konjunktur und vom politischen Zeitgeist unabhängig gemacht werden und die finanzielle Selbstständigkeit erlangen, stellte Dücker heraus. Auch die Verantwortung des Bundes sowie die Organisation mit Stiftungsrat und wissenschaftlichem Beirat wurden erörtert. Die zukünftig zu realisierenden Erweiterungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen wurden aufgezeigt.

Abschließend kam die Rolle der Gedenkstätte als Museum mit pädagogischen Aufgaben zur Sprache. Point Alpha soll zu einem Lernort der Geschichte weiterentwickelt werden. Einer der heißesten Punkte im Kalten Krieg soll noch stärker Schülerinnen und Schüler nutzbar gemacht werden und intensiver durch Symposien und Seminare, die Kooperation mit Hochschulen, Doktoranden etc. wissenschaftliche Bedeutsamkeit erlangen. Es wurde die Erwartung nach einer stärkeren Behandlung der Thematik in den Schulen geäußert.

In einer sich anschließenden Fraktionssitzung wurde innerhalb der SPD-Kreistagsfraktion die Thematik Point Alpha und insbesondere die Zuwendung zum Stiftungsvermögen in Höhe von 600.000 EURO durch den Landkreis Fulda intensiv diskutiert. „Die Bedeutung von Point Alpha ist unbestritten”, da ist sich die Fraktion einig, stellt der Fraktionsvorsitzende Günter Strelitz fest. Es sei aber sehr problematisch 600.000 Euro freiwillig bereit zu stellen, wenn man bedenke, dass der Landkreis Fulda seit Jahren mit einem defizitären Haushalt gefahren werde.

Abschließend betonte Strelitz, dass es jetzt an der Zeit ist, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht werde und sich an der Stiftung finanziell beteilige. „Herr Brand (CDU) ist hier als Bundestagsabgeordneter besonders gefordert. Schöne Worte nutzen Point Alpha wenig, jetzt müssen Taten folgen, denn schließlich handelt es sich bei der Aufarbeitung der deutschen Teilung und  der Geschichte von DDR und BRD sowie der Wiedervereinigung um eine nationale Aufgabe“, waren sich Strelitz und die Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (SPD) einig.

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