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Fuldas Kastanien haben die Motten: Es hilft nur Laubsammeln

Fulda. Die Kastanienbäume in der Region geben derzeit kein gutes Bild ab: Die Blätter sind frühzeitig welk, die Kronen licht. Schuld ist wie in den Jahren zuvor die Kastanienminiermotte. Stadtbaurätin Cornelia Zuschke erinnert daher an die Bedeutung des Laubsammelns zur Eindämmung des Kastanienschädlings. “Der Anfangsbefall im Frühjahr ist geringer, wenn das Herbstlaub sorgfältig entfernt wird, in dem sich die Überwinterungsstadien der Motte befinden.”

Bis zu vier Generationen jährlich

Die Kastanienminiermotte ist erst seit 1984 überhaupt bekannt und wurde nach Deutschland eingeschleppt. In Fulda wird ein deutlicher und zunehmender Befall seit Ende der 90er Jahre beobachtet. Ab Ende April schlüpfen aus den Puppen im Kastanienlaub die Schmetterlinge, die ihre Eier im unteren Kronenbereich ablegen. Drei bis vier Generationen sind in einem Jahr möglich, wobei jede Generation ihre Eier weiter oben in der Krone, auf noch unbefallenen Blättern, ablegt. Die letzte Generation überwintert als Puppe im abgefallenen Laub am Boden. Die Kastanienminiermotte befällt fast ausschließlich die weiß blühende Rosskastanie. Andere Kastanienarten (rot oder gelb blühend) werden nur schwach oder gar nicht befallen.

Schwächung der Bäume

Die winzigen Raupen fressen das nahrhafte Pflanzengewebe auf und zerstören so großflächig das Gewebe. Wenn die Zerstörungen zu groß werden, trennt sich der Baum von den befallenen Blättern, die dann oft noch die Puppen in sich tragen. Dies führt dazu, dass die Kastanien bei starkem Befall oft schon im August ihre Blätter abwerfen. Zum Glück führt die Kastanienminiermotte noch nicht zum Absterben der Bäume. Bei fortdauernder Schwächung ist dies aber nicht auszuschließen. Etwa seit dem Jahr 2000 sind die Kastanien in Fulda Ziel der Fressattacken der Miniermotte.

Maßnahmen der Stadt

Bereits seit ihrem ersten Auftreten, so die Stadtbaurätin, sammelten die Mitarbeiter der Stadt im Herbst das Laub der befallenen Kastanien ein, um es in Großkompostieranlagen kompostieren zu lassen. Die dabei entstehenden Temperaturen von rund 60 Grad Celsius töteten die im Laub überwinternden Puppen. Diese Zersetzungstemperatur werde bei kleinen Komposthaufen in Privatgärten leider nicht erreicht. Damit eigne sich die Kompostierung hier nur, wenn der Haufen zusätzlich mit einer Folie oder einer mindestens 10 cm starken Erdschicht bis über den Schlüpfzeitpunkt Ende Juni des Folgejahres hinaus abgedeckt werde. Auf den zusätzlichen Einsatz von Fallen mit Lockmittel setze die Stadt erfolgreich bei dichtem Kastanienbestand wie in der Kastanienallee des Schlossgartens.

Kastanienlaub entsorgen

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fulda bittet Zuschke, das Kastanienlaub über die Biotonne, auf dem Wertstoffhof, dem Reisigsammelplatz oder der Kompostieranlage „Finkenberg“ zu entsorgen. Die Stadtbaurätin betonte: „Unsere Kastanienbäume werden es uns danken und auch zukünftig Materiallieferanten für kindliche Bastelarbeiten sein und als Schattenspender in Biergärten für gemütliches Ambiente sorgen.“ (cp)

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