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Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Agata Augustyn am 18. September 201

Fulda. Robert Schumanns „Skizzen für den Pedalflügel“ gehören zum Feinsten, was es für Orgel gibt. Das Original für Pedalflügel wird aber heute fast ausschließlich auf Orgel präsentiert. Komplementär dazu steht Franz Liszts spektakulärer „Prometheus“ in einer hochvirtuosen Transkription von Jean Gillou. An der Orgel Agata Augustyn, eine verheißungsvolle polnische Nachwuchsorganistin. Der Kostenbeitrag für die Orgelmatineen beträgt 3,50 € (ermäßigt 2,50 €).

Die Grundsteine für die Orgelausbildung der 1982 in Tychy (Polen) geborenen Agata Augustyn wurden in der Staatlichen Fryderyk-Chopin- Musikoberschule in Krakau in der Orgelklasse von Dr. MieczysÅ‚aw Tuleja gelegt. Im Jahr 2001 machte sie dort ihren Abschluss mit Auszeichnung. Während dieser Zeit wurde sie zwei Mal mit einem Stipendium des polnischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Im Anschluss daran studierte sie Orgel bei Prof. Józef Serafin an der Krakauer Musikakademie und erwarb im Jahr 2006 ihr Diplom mit Auszeichnung sowie den Titel Magister Artium. Die letzten zwei Semester ihres Studiums war Agata Augustyn Austauschstudentin an der Johannes-Gutenberg- Universität in Mainz im Rahmen des Socrates/Erasmus Programms.

Dort wurde sie vor allem von Prof. Gerhard Gnann und Prof. Emmanuel Le Divellec unterrichtet. Für diese Zeit bekam sie das „Sapere Auso“-Stipendium („MaÅ‚opolska Fundacja Stypendialna“). Zahlreiche Orgelkurse unter anderem bei J. Gembalski, L. Lohmann, J. Laukvik, W. Zerer, M. Sander, P. Planiavsky, G. Gnann, Hans-Jürgen Kaiser, Pieter van Dijk begleiteten Agata Augustyn während ihrer Ausbildung. Zur Studienzeit in Krakau nahm sie jährlich an dem Internationalen Orgelfestival „Juniores Priores Organorium Seinensis“ in Sejny/Anyksciaj (Polen/ Litauen) teil. Sie konzertierte in Polen, Deutschland, Frankreich und der Slowakei. 2004 gewann Agata Augustyn den 1. Preis im Orgelwettbewerb im Rahmen des 16. Internationalen Festivals der Religionsmusik (XVI MiÄ™dzynarodowy Festiwal Muzyki Religijnej im. Ks. StanisÅ‚awa OrmiÅ„skiego) in Rumia (Polen).

Im Rahmen des 7. Bad Homburger Orgelfestivals FUGATO 2008 wurde ihr der 2. Preis und der Publikumspreis verliehen. 2007 bis 2009 war sie Stipendiatin des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD) und seit 2007 bekommt sie das Stipendium der Gesellschaft der Freunde der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Zur Zeit schließt sie ihr Solistenklassenstudium bei Prof. Bernhard Haas ab und zugleich beginnt das Studium Historische Tasteninstrumente (Orgel: Prof. Bernhard Haas, Cembalo: Jörg Halubek) an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.

Zu den Werken

Robert Schumann Skizzen für den Pedalflügel op 58

Nicht Polyphonie, sondern klangliche Kompaktheit stehen bei diesen vier Stücken (c-Moll, C-Dur, f-Moll, Des-Dur) im Vordergrund. Gleichwohl machte dieser am Klavier entwickelte Satztyp Karriere, wenn auch nicht in Deutschland: Es waren die Franzosen, die diese Skizzen zuerst in ihr Repertoire aufnahmen; von Lemmens über Guilmant bis zu Widor finden sich Ausstrahlungen dieser Schumann’schen Diktion.

Robert Schumann Studien für Pedalflügel op. 56

Schumanns »Studien« op. 56 aus dem Jahr 1845 sind für den Pedalflügel geschrieben, ein Hammerklavier mit angehängtem Orgelpedal (ursprünglich ein Übeinstrument für Organisten), das die klanglichen Möglichkeiten des traditionellen Klaviers in der Bassregion deutlich erweiterte. Für Schumann bedeuteten diese Werke eine erste Wiederannäherung an das Klavier nach Abschluss seiner ausschließlich Klavierwerken gewidmeten Kompositionsphase während der 1830er-Jahre. Sie sind Ergebnisse seiner intensiven Fugen- und Kontrapunktstudien in dieser Zeit. Die »Sechs Stücke in kanonischer Form«, wie Schumann sein Opus 56 im Untertitel nannte, sind denn auch eine Abfolge höchst unterschiedlicher Charakterstücke, die in der Weite ihres Ausdrucksspektrums an die Klavierwerke der 1830er-Jahre anknüpfen.

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