Fulda. 914 Stiftungen wurden im letzten Jahr ins Leben gerufen – davon allein 250 im Regierungsbezirk Kassel, informierte Vizeregierungspräsident Hans-Peter Conrad bei der Übergabe der Stiftungsurkunde an die Deutsche PalliativStiftung im Grünen Zimmer des Fuldaer Stadtschlosses. „Stiftungen haben für das Gemeinwesen eine große Bedeutung, da der Staat nicht alle Handlungsfelder voll abdecken kann und soll“, so Conrad. In Vertretung des Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und im Beisein von Oberbürgermeister Gerhard Möller, der Gründungsstifter, zahlreicher Mitglieder der städtischen Gremien und vielen Gäste betonte er, dass es entscheidend sei, dass die Bürger das Gemeinwesen mit Leben füllen und dies geschehe bei einer Stiftung. Die Deutsche PalliativStiftung mit Sitz in Fulda wurde am 8. Mai 2010 gegründet und engagiert sich im Bereich der hospizlichen und palliativen Versorgung.
Geschäftsstelle in Fulda
Da Jürgen Banzer, der am Tag der Urkundenübergabe noch Hessischer Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit war, leider nicht anwesend sein konnte, verlas Gerhard Möller dessen Grußwort. Darin drückte Banzer unter anderem seine Freude über die Gründung der Stiftung und über den Entschluss, den Sitz der Geschäftsstelle nach Hessen zu legen, aus. „Als Oberzentrum, Kommune und Träger des Klinikums fühlen wir uns in besonderer Weise mit Ihrer Stiftung verbunden“, erklärte auch der Fuldaer Verwaltungschef Gerhard Möller. Außerdem wies er darauf hin, dass die Palliativversorgung heute zu Recht einen anderen Stellenwert als noch vor fünf oder zehn Jahren habe und im Hinblick auf die Demographie auch noch große Aufgaben auf die Gesellschaft zukämen.
Forschung fördern
Die neu gegründete Stiftung, die regional und bundesweit agiert, setzt sich für eine verbesserte Behandlung und Betreuung von schwer erkrankten und sterbenden Menschen ein und fungiert als Plattform für in diesen Bereichen engagierte Laien, Fachleute sowie haupt- und ehrenamtlich Tätige. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu bestehenden Gruppen, sondern als Ergänzung“, stellte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen PalliativStiftung Thomas Sitte klar.
Die acht Gründungsstifter arbeiten in den Bereichen Pflege, Medizin, Physiotherapie, Seelsorge und Betriebswirtschaft. „Wir alle kommen aus der praktischen Arbeit und möchten als eine Art Dachverband für ein würdiges Lebensende die Haltung der Gesellschaft zu diesem Thema ändern“, erklärte Sitte. Neben der Beratung und Hilfe für Patienten und Angehörige sei es ihnen sehr wichtig, die Forschung zu fördern und somit herauszufinden, was in der Palliativversorgung Wirkung erziele. (cp)