Fulda. Zuhören, Mut machen, Trost spenden – 25 Jahre hat sich Ingrid Schruf im Krankenhausbesuchsdienst des Herz-Jesu-Krankenhauses engagiert. Am Mittwoch wurde sie für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit der Elisabeth-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck geehrt. Pfarrerin Nicola Haupt, Referentin für Sonderseelsorge in der evangelischen Landeskirche für Kurhessen-Waldeck, überreichte die Medaille im Rahmen einer Andacht in der Krankenhauskapelle. Diese öffentliche Ehrung schien der Petersbergerin fast ein wenig unangenehm zu sein. „Für mich war es schon immer selbstverständlich, für andere da zu sein und zu helfen“, sagte die 75-Jährige. „Ich kann etwas geben, was andere brauchen, dafür muss man eigentlich keine Medaille bekommen.“ Den Patientinnen und Patienten im Herz-Jesu konnte die gelernte Kinderkrankenschwester immer sehr viel geben. Einmal in der Woche war sie für drei bis vier Stunden auf der Station Louise (Innere Medizin) neutrale Ansprechpartnerin und Seelsorgerin.
„Ich wusste nie, was mich hinter der Zimmertür erwartet – ob ich willkommen bin oder nicht“, erzählt Ingrid Schruf. Doch Zurückweisung hat sie nur sehr selten erfahren. Ein offenes Ohr für die Nöte und Ängste der Menschen zu haben, Zeit mitzubringen, sich auch scheinbar banale Dinge geduldig anzuhören, nicht zu missionieren, sondern einfach da zu sein – so beschreibt die gläubige Christin die Aufgaben, die ehrenamtlich Tätige im Krankenhausbesuchsdienst haben. Dass sie auch zehn Jahre in der Telefonseelsorge aktiv war, erwähnt Schruf nur am Rande.
Im Herz-Jesu-Krankenhaus habe sie sich von der Ärzteschaft und dem Pflegepersonal immer sehr gut aufgenommen gefühlt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Seelsorge-Team habe ihr sehr viel Spaß gemacht. Dass sie nun nach 25 Jahren aus dem Krankenhausbesuchsdienst ausscheidet, hat gesundheitliche Gründe. „Außerdem“ sagt sie, „möchte ich mehr Zeit mit meinem Mann Peter und meinen sieben Enkelkindern verbringen.“ Im Besuchsdienst ihrer Kirchengemeinde St. Johann in Petersberg will sie allerdings weiterhin aktiv sein. Warum sie es doch nicht ganz lassen kann? „Weil man bei dieser Arbeit so viel zurück bekommt – viel mehr, als man eigentlich gibt!“
Herr Pfarrer Enners und Sr. Eva-Maria Martin, die beiden Hauptansprechpartner aus dem Bereich der Seelsorge des Herz-Jesu-Krankenhauses und der ärztlich Direktor, Herr Prof. Dr. Glaser, dankten ebenfalls Frau Schruf und allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen für ihr langjähriges Engagement für die Patienten. „Bei Ihnen allen hat das Wort Christi Wurzeln gefasst und Sie haben es in die Tat umgesetzt“ so Enners. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Krankenhausbesuchsdienst sind im Herz-Jesu-Krankenhaus herzlich willkommen. Als Ansprechpartner stehen Sr. Eva-Maria Martin und Herr Pfarrer Enners gerne zur Verfügung.