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Kinderkrippe „Das Entdeckernest“ übergeben und gesegnet – „Scheck“ über 300.000.-€ übergeben

Poppenhausen (Wasserkuppe). Im Ortskern von Poppenhausen tut sich was. Dort soll mittelfristig ein soziales Zentrum der Generationen entstehen. Erste Bausteine dafür gibt es schon. Neben dem katholischen Kindergarten wurde jetzt die neue Betreuungseinrichtung für ein- bis dreijährige Kinder „Das Entdeckernest“ mit einem Neubau übergeben. Im kommenden Jahr sollen in der Nachbarschaft durch Um- und Neubau Wohneinheiten für ein „Betreutes Wohnen“ entstehen und auch der Seniorentagespflege will sich die Gemeinde laut Beschluss der Gemeindevertretung künftig widmen.

Für den Bau der neuen Kinderkrippe hatte die Gemeinde Poppenhausen ein kleines altes Gehöft in der Ortsmitte erworben. Dieses wurde weggenommen, um auf dem gut 1000 qm großen Grundstück den benötigten Platz für den Neubau freizumachen. Mit der Planung und Bauleitung wurde das Büro Gensler-Architekten aus Ebersburg-Weyhers beauftragt. Mit den Architekten Torsten Gensler, Stefan Seidel und Bettina Röder verfügt das Architekturbüro über kompetente Planer, die mit großem Engagement an die Aufgabenstellung herangingen. Die Gestaltung des Bauwerks und die Raumkonzeption sind das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der Gemeinde, den Planern, den Fachbehörden beim Landkreis Fulda und den Erzieherinnen, die sich mit Leidenschaft für eine bedarfsorientierte Planung eingebracht haben.

In nur elf Monaten wurde der Neubau mit Außenanlage realisiert. Die Kosten belaufen sich auf etwa 665.000.-€. In dem neuen Kindergarten werden 2 Gruppen a 10 Kinder auf einer Nutzfläche von 470 qm (gem. Mindest-VO) betreut, im Außenbereich stehen etwa 300 qm zum Spielen und Herumtoben zur Verfügung. Kernstück der Gruppenräume sind tolle Erlebnisspielebenen, die kreativ und aufwändig von der Schreinerei Fronapfel in Weyhers hergestellt und eingebaut wurden. Bei der offiziellen Übergabe konnte Bürgermeister Manfred Helfrich neben den Kindern, die bereits für den Besuch der neuen Kinderkrippe angemeldet sind, deren Eltern und zahlreiche Ehrengäste begrüßen und willkommen heißen.

Auch die beteiligten Firmen, die Handwerker, die Nachbarn der Baustelle, einige Mitarbeiter der Verwaltung und das Team vom gemeindlichen Bauhof waren der Einladung gerne gefolgt. Von der Geistlichkeit waren Pfarrer Ferdinand Rauch, Pfarrer i.R. Erwin Lachnit sowie der sich im Heimaturlaub befindliche Pater Berthold Heller und die Schwestern aus der Nachbarschaft, die Vorsteherin Sr. Salesia, Sr. Gangolfa u. Sr. Gudelia anwesend.

Der Bürgermeister hatte allen Grund zur Freude: Zum einen war die neue Kinderkrippe pünktlich zur Übergabe fertiggestellt worden. Der Regierungspräsident hatte in Vertretung der hessischen Landesregierung einen Scheck über 300.000.-€ mitgebracht und die neue Einrichtung ist bereits ausgebucht. „Die 30 Anmeldungen für einen Betreuungsplatz belegen, dass wir richtig investiert haben“, so Manfred Helfrich, der den Bau und die Fertigstellung eng begleitet hatte. Die 20 Plätze reichen nur aus, da sich einige Eltern für zwei bzw. drei Belegungstage je Wochen entschieden haben.

Der Bürgermeister dankte der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Hessen und dem Landkreis Fulda für die Zuschüsse, ohne die dieses Projekt nicht hätte verwirklicht werden können und lobte die wertvolle Unterstützung durch den Sozialdezernenten Dr. Wingenfeld.

Er dankte den gemeindlichen Gremien, die mit ihrer Beschlussfassung erst den Weg für die Initiative frei gemacht hätten. Ein großes Lob ging an Gensler-Architekten und den Bauleiter Stefan Seidel, der die Baustelle umsichtig, zielführend und in einer sehr angenehmen Zusammenarbeit geleitet hat. Der Bürgermeister zollte auch den beteiligten Firmen und den ausführenden Handwerkern eine breite Anerkennung. Diese hätten eine fachlich gute, kompetente und termingerechte Arbeit abgeliefert. Er erinnerte daran, dass sich die Gemeinde „selbstverpflichtet“ habe, die Aufträge grundsätzlich nur an Firmen aus der Region Fulda-Rhön zu vergeben.

Dies konnte bis auf die mobile Trennwandanlage eingehalten werden. Beispielsweise kamen folgende Poppenhausener Firmen zum Einsatz (nach Arbeitsfortschritt): Fa. Andreas Müller (Erdbau u. Abriss), Fa. Jürgen Breitung, Bauunternehmen (Rohbau), Fa. Schiebelhut-Kümmel (Sanitär), Fa. Sun-Therm, Klaus Reininger (Heizung), Fa. Elektro-Gensler (Elektrische Anlagen), Fa. Volger-Baudekoration (Innen-, Außenputz, Dämmung u. Farben), Schreinerei Mihm (Fenster u. Türen), Schreinerei Thomas Bosold (Einrichtungsmöbel), Fa. Edgar Bickert (Metallbau).

Der Bürgermeister lobte auch seine Mitarbeiter aus dem Rathaus, dem Kindergarten und vom Bauhof. So habe der Bauhof in Kooperation mit den heimischen Fachfirmen die komplette Wasser-, Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallation eingebaut sowie die gesamte Außenanlage nach den Plänen der Landschaftsarchitektin Tatjana Heil aus Fulda, gestaltet. Der Bürgermeister schloss seine Ausführungen mit dem Wunsch: Möge „Das Entdeckernest“ stet gut bevölkert sein für eine gute und sichere Zukunft für unsere Gemeinde. – Nach dem Motto: Kindergeschrei ist Zukunftsmusik! – Für Sie, Euch und uns alle guten Wünsche und Gottes reichen Segen!“

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke lobte die Initiative, die neue Kinderkrippe in der Ortsmitte zu platzieren. Dadurch werde der Ortskern mit einem schönen Thema belegt. Er gratulierte dem Bürgermeister für die, wie er es ausdrückte, „pfiffige Finanzierung“. Denn es war den Verantwortlichen der Gemeinde gelungen, zur Finanzierung der Gesamtbaukosten ganze 540.000.-€ aus öffentlichen Mitteln mehrerer Förderprogramme zusammenzutragen.

Vizelandrat und Sozialdezernent Dr. Heiko Wingenfeld gratulierte der Gemeinde Poppenhausen für die Realisierung des Projektes und machte in seinem Grußwort deutlich, dass Kinderbetreuungseinrichtungen ein wichtiger Standortfaktor seien, die für die Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität im ländlichen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Übergabe des Förderbescheides sei gerade für junge Familien ein freudiges Ereignis.

Architekt Torsten Gensler erläuterte in seiner Ansprache das Raumkonzept und nannte auch die schwierige Gründung, die Mehrkosten verursachte, welche an anderer Stelle wieder eingespart werden mussten. Er zeigte sich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des gemeindlichen Bauhofs und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus. Für das Team der 7 Erzieherinnen sprach Regina Helfrich, die an die „Gründerzeit“ der U-3-Betreuung mit den 2-Jährigen vor etwa 15 Jahren im noch alten Bürgerhaus erinnerte. Sie freute sich, dass in der neuen Einrichtung die beiden Außengruppe „Zwergengruppe“ und „Die kleinen Strolche“ zusammengeführt werden können. Für die gemeindlichen Feuerwehren gratulierte Wehrführer Markus Heller, der einen „Feuerwehrunimog“ als Bobby-Car für die Kleinen überreichte.

Ganz spontan ergriff Metzgermeister Franz-Josef Hohmann für die Nachbarschaft das Wort. Er freute sich über die neue Bausubstanz in der Ortsmitte und hörte schon die Rufe von Gegenüber “Hallo Opa, hallo Oma!“ Pfarrer Ferdinand Rauch segnete das neue Haus mit dem Namen „Das Entdeckernest“ Er demonstrierte und erläuterte an einer Holzfigur anschaulich wie Christus die Hände zur Segnung ausbreitet.

Bevor symbolisch das Band zum Haupteingang der neuen Kinderkrippe durchschnitten wurde, lüftete man die neue Holzskulptur auf dem Vorplatz. Der Holzbildhauer Henning Laarmann aus Tann hatte diese in einem Workshop während des Brennholz- und Solartages 2010 bereits im Frühjahr hergestellt.

Am Nachmittag hatte die Bevölkerung von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr reichlich Gelegenheit, sich „Das Entdeckernest“ anzusehen. Pappert´s Bäckerei hatte dazu eine Kuchenauswahl gestiftet. Es wurden übereinstimmend begeisternde und anerkennende Kommentare abgegeben. Nicht wenige Besucher meinten: „Da wünscht man sich, dass man noch mal klein wäre!?“ In einer Dia-Schau mit über 350 Fotos konnte die Entwicklung vom Bestand des Hofes „Borgert´s–Bauer“ über Teil- und Ganzabriss sowie den einzelnen Bauabschnitte bis hin zur Fertigstellung von Gebäude und Anlage eindrucksvoll nachvollzogen werden. Herzlichen Dank sagt das Erzieherinnen-Team für die kleinen und auch größeren Spenden der Firmen, Handwerker, der Eltern, der Nachbarn und der Gäste. Das Geld wird für die Beschaffung der noch fehlenden Ausstattung verwendet.

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