Fulda. Der in der vergangenen Woche offiziell eröffnete Eduard-Stieler-Campus soll nach übereinstimmender Aussage der beteiligten Bildungseinrichtungen mehr sein als ein neues Unterrichtsgebäude. Landrat Bernd Woide machte deutlich, dass es trotz der beträchtlichen Investition von über 800.000 Euro nicht nur um die räumliche Erweiterung einer beruflichen Schule gehe.
Fotos (87): Max Colin Heydenreich
Er sei vielmehr ein hochmoderner und auch architektonisch gelungener Lernort entstanden, in dem die Eduard-Stieler-Schule, die Schule für Erwachsene Osthessen und die Volkshochschule des Landkreises Fulda in partnerschaftlicher Zusammenarbeit ihre gemeinsame Verantwortung zur Weiterentwicklung der Bildungsregion Fulda wahrnehmen würden, so Woide. Mit Nachdruck forderte der Landrat, sich in Bildungsfragen von einem „Denken in Zuständigkeitskategorien“ zu lösen. Vielmehr müsse im Mittelpunkt des gemeinsamen und durch Synergieeffekte ressourcenschonenden Bemühens das übergeordnete Ziel stehen, Menschen in ihrer jeweiligen Lebenssituation Zukunftsperspektiven insbesondere im Hinblick auf eine sinnerfüllte Tätigkeit am Arbeitsmarkt zu geben.
Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler ging näher auf die Intention näher, die das Land mit der 2007 gestarteten Initiative „Hessen Campus“ verfolge. Dahinter stehe die Absicht, das Schul- und Bildungssystem noch stärker auf die Anforderungen der modernen Berufswelt auszurichten. Mittlerweile seien 16 solcher Zentren des lebensbegleitenden Lernens entstanden, an denen landesweit rund 150 regionale Bildungsträger mitwirkten. Zu den Vorreitern und besonders gelungenen Beispielen des bildungspolitischen Erfolgsmodells zähle Fulda. „Der Hessen Campus Fulda lebt schon nach kurzer Zeit.“ Die Kultusministerin sagte weitere finanzielle Unterstützung zu. Bislang habe das Land diese Bildungs- und Weiterbildungszentren mit sieben Millionen Euro gefördert.
Der Leiter der Eduard-Stieler, Dr. Rudolf Drexler, listete die vom Hessen Campus Fulda begonnenen und geplanten Projekte auf, mit denen das Bildungsangebot in der Region für unterschiedliche Nutzergruppen noch attraktiver gemacht werden solle. Michael Friedrich, Leiter der Volkshochschule des Landkreises Fulda betonte, dass der Landkreis schon immer großen Wert auf die Ausstattung seiner Bildungseinrichtungen lege. Von daher hätten mit dem Eduard-Stieler-Campus keine baulichen Mängel beseitigt werden müssen. Vielmehr würden neue Akzente in pädagogischer und standortpolitischer Hinsicht gesetzt. Thomas Böse, Leiter der Schule für Erwachsene, wünschte sich mehr Kontinuität in der Finanzierung und eine enge Kooperation mit weiteren Lernorten.
