Dipperz. „Ich habe es keinen Tag bereut, diese Aufgabe übernommen zu haben“, resümiert Gertrud Friedrich anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums als Leiterin der Zweigstelle Dipperz der Volkshochschule des Landkreises Fulda. Auch wenn die 83-jährige nun auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausscheidet, denkt sie nur positiv an ihre Tätigkeit zurück und wird der Volkshochschule als Kursteilnehmerin auch weiterhin erhalten bleiben. „Wir haben in Dipperz bis zu 40 Kurse im Semester angeboten. Eine zeitlang waren Back- und Kochkurse sehr beliebt, aber in den letzten Jahren ist die Nachfrage nach diesen Kursen – ebenso wie nach Nähkursen – zurückgegangen. Insgesamt sind wir mit dem Interesse an unserem Kursangebot aber sehr zufrieden“, erzählt die Seniorin, die das Amt der Zweigstellenleiterin eher zufällig übernommen hat. „Anfangs wollte ich diese Aufgabe gar nicht, aber nun bin ich froh, dass ich sie damals noch angenommen habe“, erinnert sich die gebürtige Rheinland-Pfälzerin.
Zu den Aufgaben der Zweigstellenleiterin gehörte es nicht nur, darauf zu achten, dass alle Kurse wie geplant und zur allgemeinen Zufriedenheit laufen. Gertrud Friedrich hat sich auch stets sowohl um Kursleiter mit neuen Angeboten als auch um interessierte Teilnehmer bemüht. „Ich habe hin und wieder neue Dozenten für die Volkshochschule gewinnen können“, freut sich die 83-jährige, die mit ihrer offenen Art direkt auf mögliche Referenten zugegangen ist und viele von sich und der Arbeit der Volkshochschule überzeugen konnte.
Und auch viele langjährige Teilnehmer sind auf Initiative von Gertrud Friedrich zu ihrem ersten Volkshochschulkurs gegangen. „Im Dorf kennt man sich ja und mit der Zeit bekommt man ein Auge dafür, welcher Kurs für wen interessant sein könnte. Ich habe den Leuten angeboten, sich das Kursangebot, die Leiter und Teilnehmer ein- oder zweimal unverbindlich anzuschauen und sich erst bei Gefallen für den Kurs anzumelden“, berichtet die ehemalige Geschäftsfrau.
„Nicht zuletzt durch unser Geschäft hatte ich bereits viele Kontakte und kenne die Menschen, die in Dipperz wohnen“, erzählt Frau Friedrich, die gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann Inhaberin und Leiterin des ersten Selbstbedienungsmarkts in Dipperz war. Kurz nach dem Eintritt in den Ruhestand wurde ihr das Amt der Zweigstellenleiterin angetragen. „Ich hatte sehr viel Freude daran und habe die Leitung der Zweigstelle niemals als Arbeit empfunden.“
Natürlich hat die langjährige Zweigstellenleiterin das Kursangebot nicht nur organisiert, sondern auch selbst an zahlreichen Kursen teilgenommen. Dabei habe sie auch hin und wieder neue und ungewöhnliche Kursangebote wahrgenommen. „Anfangs konnte ich mit QI Gong nichts anfangen, aber ich hatte mich angemeldet – unter anderem auch, damit es acht Teilnehmer waren und damit der Kurs zustande kommen konnte.
Nachdem ich in der Liste stand und auch bezahlt hatte, gab es kein Zurück mehr“, schmunzelt Gertrud Friedrich und ist der chinesischen Methode zur Gesundheitsförderung bis heute treu geblieben. „Einer der beiden Kurse, die ich dieses Semester belege, ist QI Gong.“ Denn auch wenn die ehemalige Geschäftsfrau die Zweigstelle nicht mehr leitet, will sie als Teilnehmerin noch viele Kurse besuchen. „Natürlich mache ich noch Kurse mit und werde das auch weiterhin tun. Denn es tut mir einfach gut.“
Die lebensfrohe 83-jährige bleibt der Volkshochschule also, wenn auch nicht mehr so intensiv wie bisher, erhalten. Und dass nicht nur, weil sie die Gemeinschaft in den Kursen genießt, sondern auch weil Gertrud Friedrich das Personal der Volkshochschule als „einmalig“ beschreibt. „Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herrscht ein sehr gutes Verhältnis und das macht viel aus. Sonst hätte ich diese Aufgabe auch nicht so lange ausgeübt“, ist sich die Seniorin sicher. Ihrer Nachfolgerin wünscht sie deshalb auch, „dass es ihr mit der Zweigstellenleitung genauso gut ergeht wie mir“.