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Jahreshauptversammlung der Rhöner Apfelinitiative: “Schlechte Ernte, stabile Preise”

Rhön. Die Rhöner Apfelinitiative e.V. (RAI), die größte bio-zertifizierte Streuobstinitiative Deutschlands, stellte im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung beachtliche Neuerungen vor: Die Apfelannahmestellen wurden mit PCs vernetzt und ein neues Gutscheinsystem soll das Rhöner „Apfelgeld“ im regionalen Wirtschaftskreislauf halten.

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Bei „Rhöner Tapas“ sowie Rhöner Säften, Schorlen und Fruchtweinen begrüßte der 1. Vorsitzende, Jürgen H. Krenzer, die erschienen Mitglieder und Apfelfreunde zu einem diskussionsfreudigen Abend in der Rhöner Schaukelterei. Es folgte der obligatorische Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der Entlastung durch die Kassenprüfer und die Mitgliederversammlung wurde Hubert Heger zum neuen Kassenprüfer gewählt sowie einige neue Mitglieder aufgenommen. Nach diesen Formalien ging es dann zu den eingangs erwähnten interessanten Neuerungen über. Harald Elm, Geschäftsführer der gleichnamigen Kelterei in Flieden und wichtigster verarbeitender Partner der RAI, ließ die Apfelernte 2009 Revue passieren: „Wir haben nicht einmal zehn Prozent der Rekordernte 2008 einfahren können, im gesamten Einzugsgebiet der RAI mit fast 3000 Apfelbauern und -lieferanten, kamen nur knapp 200 Tonnen Äpfel zusammen“, erklärte Elm. Das habe allerdings die Möglichkeit eröffnet, ein neues Computersystem an den elf Annahmestellen in der Rhön zu implementieren. Von dort aus werde das angelieferte Obst nur direkt in einer Datenbank bei der Kelterei Elm verbucht – und die Kunden bekommen ihr Guthaben auf einer Chipkarte gut geschrieben. Auch die Auszahlungsmodalitäten haben sich geändert: An Stelle der bisherigen Barauszahlungen im Lohnmostsystem trat die Ausgabe von Wertgutscheinen der Handelskette Tegut. „Dadurch halten wir den Wert der Rohware im Rhöner Wirtschaftskreislauf“, so Harald Elm, denn Tegut kaufe von den eingelösten Gutscheinen schließlich wieder Rhöner Säfte.

Auch bei Neupflanzungen sieht sich die RAI auf Erfolgskurs: „Seit Auflage des Projekts ‚1000 Apfelbäume’ im Jahr 2003 wurden bereits mehr als 1500 Apfelbäume neu gepflanzt und durch unseren Fonds gefördert“, resümierte Maike Pfannmüller. Im Projekt „Quitten für die Rhön“ sei man nach Anlage einiger Wiesen hingegen vorerst in den „Beobachtungsstatus“ (Krenzer) übergegangen, um zu analysieren, wie sich die Pflanzen im rauen Rhöner Klima entwickeln. Schließlich stellte Vorstandsmitglied Adam Zentgraf dann den Rhön-Apfel des Jahres 2010, den „Lohrer Rambour“ vor, der sich nicht nur in der Rhön heimisch fühle, sondern sich auch bestens zum Frischverzehr, zum Most wie auch zur Lagerung als Dörrobst eigne.

Doch kaum eine RAI-Jahreshauptversammlung vergeht ohne die Vorstellung neuer Rhöner Produkte: Nachdem im vergangenen Jahr die Bionade Quitte präsentiert wurde, waren es in diesem Jahr die Säfte und Schorlen die die Kelterei Elm seit Anfang des Jahres mit dem Eichenzeller Mineralbrunnen Förstina unter der gemeinsamen Marke „Unterm Apfelbaum“ vermarktet. „Wir brauchen einen stabilen Absatz qualitativ hochwertiger Produkte um die Preise in unserem System stabil zu halten“, erklärte Kelterei-Chef Harald Elm. Jürgen Krenzer merkte an, dass für Rhöner Streuobst ein Vielfaches des sonst üblichen Marktpreises gezahlt werde – und dass diese Preise über Jahre garantiert werden, auch wenn, wie in der kommenden Saison wieder eine überdurchschnittliche Ernte erwartet werde.

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