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Aus Glücks-Spiel kann schnell
 Ernst werden, wenn es zur Sucht wird

Vogelsbergkreis. „Aus Glücksspiel kann schnell Ernst werden, wenn aus dem Spiel Sucht wird. Glücksspiel, das außer Kontrolle gerät, ist eine Krankheit.“ Darauf macht Hans Dieter Herget, im Vogelsberger Sozialamt für die Koordination sozialer Dienste zuständig, aufmerksam. Gleichzeitig weist er auf verbesserte Hilfs- und Beratungsangebote in der Region hin. Herget ist Geschäftsführer des Arbeitskreises fachlicher Leiter psychiatrischer Einrichtungen im Vogelsbergkreis, die sich kürzlich im Kreishaus trafen.

Während die Gefahren der Abhängigkeit von Alkohol, Drogen und Medikamenten schon lange öffentlich wahrgenommen werden, rückt das Thema Glücksspielsucht erst seit einigen Jahren in das Bewusstsein der Bevölkerung. So wird bestimmtes Glücksspielverhalten erst seit 2001 von Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern als behandlungsbedürftige Krankheit anerkannt. Immerhin geht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung davon aus, dass etwa ein Prozent der Deutschen glücksspielsüchtig und damit behandlungsbedürftig sind. Im Vogelsbergkreis wären das rund 1.200 Personen.

Verbessertes Beratungsangebot für Betroffene in der Region

Die fachlichen Leiter psychiatrischen Einrichtungen im Vogelsbergkreis hatten Harald Hausser, Leiter der Fachstelle für Sucht im Diakonischen Werk Fulda zu einem Gespräch über Glücksspielsucht nach Lauterbach ins Landratsamt eingeladen. Der Vogelsbergkreis gehört zum Einzugsgebiet der Fuldaer Fachstelle, die eine von 15 hessischen Standorten des „Kompetenznetzwerkes Glücksspielprävention und – beratung“ ist. Hausser berichtete, dass im Zuge des neuen Staatsvertrages zum Glücksspielwesen in Deutschland die hessische Landesregierung ein Präventions- und Beratungsprogramm zum Thema Glücksspielsucht aufgelegt habe.

Ziel sei es, das Abgleiten in eine Sucht zu verhindern und bereits Abhängige bei Therapiemaßnahmen zu unterstützen. Dies sei dringend nötig, weil nach Überzeugung von Fachleuten das Glücksspielverhalten in Deutschland Anlass zu großer Sorge gibt. Nach der Statistik seien besonders junge Männer gefährdet, weil sie die Gefahren des Glücksspiels unterschätzten und meinten, das Spiel kontrollieren oder „Glückssträhnen“ erkennen zu können. Wer tatsächlich schon einmal etwas gewonnen habe, laufe schnell Gefahr, in die Suchtspirale zu geraten, so Hausser.

Prävention steht an oberster Stelle

Weil die Jugend- und Drogenberatungsstelle des Vogelsbergkreises schon langjährige Erfahrungen mit Glücksspielsüchtigen hat, vereinbarten ihr Leiter, Harald Lachnit und Harald Hausser von der Fuldaer Fachstelle eine noch engere Zusammenarbeit. „Ziel ist es, die bestehenden Beratungs- und Hilfsangebote den von Glücksspielsucht Betroffenen aus dem Vogelsbergkreis noch besser zugänglich zu machen“, fasst Hans Dieter Herget vom Vogelsberger Amt für Soziale Sicherung, der für den Kreis der fachlichen Leiter die Geschäftsführung inne hat, das Ergebnis des Treffens zusammen.

Ansprechpartner zum Thema Glücksspielsucht und –beratung ist die Jugend- und Drogenberatung – Suchthilfe, Zeller Weg 2, Alsfeld, Tel. 06631/79390-0. Unter 0661/8388228 ist die Fachstelle Sucht, Heinrich-von-Bibra-Platz 14, Fulda, erreichbar. Außerdem unterhält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter der kostenfreien Nummer 0800/372700 ein Beratungstelefon. Im Internet gibt es Informationen zum Thema unter www.hls-online.de von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen.

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