Fulda. Nicht viel ist wie sonst an diesem Sonntag. Volle Kirche. 170 überwiegend junge Menschen. 42 Kinder im Kindergottesdienst. Der Einstieg mit humorvollen Theaterstück: Einer Putzfrau, die mitten im Gottesdienst sauber macht und sich darüber auslässt, dass diese modernen Gottesdienst einfach viel mehr Dreck produzieren. Musik mit Schlagzeug und E-Gitarre, „Highway to hell“ als „Orgelvorspiel“. Fröhliche Menschen, ja „Spaß am Glauben“.
So hieß auch das Thema des AAAnderen Gottesdienstes. Anders steht für „Ausschlafen-Aufatmen-Aufeinander zugehen“ Etwa 15 Ehrenamtliche sind in diesem 11 Uhr – Gottesdienst beteiligt, 45 gehören zum ganzen AAAnderen Gottesdienst-Team. Pfarrer Stefan Bürger dankt ihnen mit einem kleinen Präsent zum Abschluss: „Du gehörst in mein Team, sag Gott“ – so war es  auf einer Karte, die dem Geschenk beigelegt war, zu lesen.
In seiner Predigt erläuterte Bürger, dass natürlich Freude zum Glauben gehöre, wenn auch manchmal Leid unser Leben bestimme. Es sei dann „die Freude daran, dass Gott trägt, berührt und in Gemeinschaft ruft. Außerdem kann Gottvertrauen und Freude nur erlebt werden, wenn man nicht nur an sich denkt, sondern auch diakonisch an die, die in Notlagen sind“, so der Pfarrer in seiner mit „Powerpointfolien“ untermalten Predigt.
Diesen diakonischen Gedanken nimmt die Gemeinde auch durch die Kollekte auf, die sowohl für die Finanzierung des anschließenden Mittagsbuffet als auch für sozial-diakonische Aufgaben der Kreuzkirche bestimmt sind: „Wir können nicht einfach hier sitzen und fröhlich feiern, anschließend miteinander essen und die vergessen, die arm, benachteiligt und orientierungslos sind“, so die Kirchenvorsteherin Anita Lander.
Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel und Dekan Bengt Seeberg konnten im Gottesdienst ihre Sicht von Spaß am Glauben kundtun. Der Dekan des Kirchenkreises Fulda, Seeberg, war sichtlich begeistert von der Lebendigkeit des Gottesdienstes und bedauerte nicht schon öfter dort gewesen zu sein. Spaß am Gottesdienst werde hier handgreiflich, erläuterte er im von Gottesdienst-Moderator Peter Müller geführten Interview. „Ohne die Mannschaft wäre ein solcher Gottesdienst nicht möglich“, beschrieb der evangelische Bürgermeister den AAAnderen Gottesdienst, der von hohem ehrenamtlichen Engagement zeuge.
Nicht wie sonst am Sonntag, aber eben immer im AAAnderen Gottesdienst, konnte man zum Schluss beim Catering, das das „Restaurant Academica“ zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellte, aufeinander zu gehen. Was aber nicht wie sonst war also richtig anders: Eine dreistöckige Geburtstagstorte, gesponsert von der Bäckerei Pappert – das, ja das, war auch für die AAAndere Gottesdienst-Gemeinde nicht wie jeden Sonntag.
Und Conny Müller, die im Theaterstück, die zunächst genervte, aber nachher doch versöhnte bis begeisterte Putzfrau Edeltraud Maier spielte, wird denken: Gut, dass ich auch zu diesem lebendigen Gemeindeleben der Kreuzkirche dazu gehöre.
Fotos: Matthias Wilhelm