Künzell. Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Loheland präsentieren das Theaterstück „Komödie der Eitelkeit“ nach Elias Canetti. Was würden Sie machen, wenn eine Regierung den Besitz von Spiegeln verbieten würde? Was wäre, wenn jede Art von Selbstreflexion bestraft würde? Wenn Komplimente mit der Todesstrafe geahndet werden? Schwierige Fragen, die das Theaterstück auf brisante Weise behandelt.
In Canettis tragisch-dramatischer Komödie wird die Eitelkeit zum Verbrechen, aber dem Menschen ist es nicht möglich seine Eitelkeit zu besiegen und den Wunsch nach einem bestätigten Selbstbild zu unterdrücken. Das Gesetz zur Vernichtung der Eitelkeit begünstigt ein Spiegeletablissement, und der illegale Handel mit Fotografien und Spiegeln floriert und wird Teil des grotesk autoritären gesellschaftlichen Lebens. Elias Canetti schrieb sein Theaterstück „Komödie der Eitelkeit“ 1933/34 in Wien, während in Deutschland der Faschimus aufkeimte. Die Einschränkung des Individuums war für ihn eine greifbare Bedrohung und so wirkt das Stück auch durch den historischen Konetext. Daneben bieten Aspekte der Gegenwart wie selbstbespielgelung und Image-Wahn hoch aktuelle Bezüge.
Unter der Spielleitung von Hans Otto Fentrop wird die 12. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Loheland die „Komödie der Eitelkeit“ präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler laden alle Interessierten ein, sich am 12. Und 13. März um 20 Uhr im Franziskusbau, Loheland/Künzell, zumindest metaphorisch, einen Spiegel vor die Augen halten zu lassen. Ein spannender Abend voller Emotionen und gespickt mit tiefsinnigem Humor erwartet die Zuschauer.