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Aufklärung, Schulung und Prävention – Weltdiabetestag im HJK

Fulda. „Diabetes: Aufklärung, Schulung und Prävention“ – Unter diesem Motto stand der diesjährige Weltdiabetestag, der seit 1991 alljährlich am 14. November begangen wird. Ziel der Aktion ist es, dass Betroffene und Risikogruppen die Erkrankung besser verstehen und in den Griff bekommen. Anlässlich des Weltdiabetestages hatten das Herz-Jesu-Krankenhaus und das Diabetesnetz Osthessen (DNO) zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Mehr als 200 Betroffene, Angehörige und Interessierte informierten sich im HJK über die bislang nicht heilbare Stoffwechselkrankheit.

Fotos (8): Max Colin Heydenreich

091112_WDT1091112_WDT4Die Besucher konnten ihre Risikofaktoren bestimmen, Blutzucker, Blutdruck und Fußdruck messen lassen sowie an einem Bewegungsspiel oder einem Schnupperkurs „Insulinpumpe“ teilnehmen. In persönlichen Gesprächen klärten die Expertinnen und Experten über mögliche Risiken auf und gaben Tipps für eine gesunde Lebensweise. Vorträge von Dr. Klaus Stienecker, Leitender Oberarzt am Herz-Jesu-Krankenhaus, und Dr. Frank Klein, Diabetologe aus Schenklengsfeld, ergänzten das Programm.

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„Aufklärung über Diabetes mellitus ist enorm wichtig“, betont Dr. Stienecker. „Nur wer die Symptome und Risiken kennt, interpretiert Warnzeichen richtig und kann mit den Herausforderungen der chronischen Erkrankung entsprechend umgehen“. Der Internist und Diabetologe hatte in seinem Vortrag den Findrisk-Fragebogen vorgestellt, der acht Fragen enthält und sich laut Dr. Stienecker gut eignet, um Personen mit hohem Diabetesrisiko zu identifizieren und die Wahrscheinlichkeit einer Diabeteserkrankung vorherzusagen.

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Wie man das Risko für einen Typ 2-Diabetes reduzieren kann, erläuterte Diabetologe Dr. Frank Klein. Da der Hauptrisikofaktor das Übergewicht sei, könne durch Bewegung und eine gesunde Ernährung dazu beigetragen werden, einen Typ-2-Diabetes sogar zu verhindern. Wer sich täglich 30 Minuten bewege, reduziere sein Risiko, einen Typ-2 Diabetes zu entwickeln um bis zu 60 Prozent.

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„Wir freuen uns über die gute Resonanz und die positive Rückmeldung der Besucher. Denn Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung sind entscheidend, um mit Diabetes nicht nur gut leben, sondern ihn auch erfolgreich behandeln zu können“, so das Fazit der DNO-Mitglieder.

Hintergrund:
Am 14. November 2009 fand zum 19. Mal der Weltdiabetestag statt. Der Termin erinnert an den Geburtstag von Frederick Banting, der gemeinsam mit Charles Best als Entdecker des Insulins gilt. Im Dezember 2006 wurde der Weltdiabetestag zu einem offiziellen “Tag der UN” erklärt. In mehr als 160 Ländern begehen Menschen mit Diabetes, im Gesundheitswesen Tätige, Verbände, Unternehmen und Gesundheitsbehörden den Weltdiabetestag und machen ihn bekannt – mit dem Ziel mehr öffentliches Bewusstsein für das Thema Diabetes zu schaffen. Weltweit sind 250 Millionen Menschen von der bislang nicht heilbaren Stoffwechselkrankheit betroffen. Mit aktuell knapp acht Millionen Diabetikern liegt Deutschland an der Spitze aller europäischen Staaten.

Foto 1: sitzend: Altenpflegehelfer-Schülerin Cahida Avhut, Patient Walter Zeiss
stehend v.li.: ) Dr. Klaus Stienecker (Leitender Oberarzt am HJK), Helga Zeilinger (Bezirksvorsitzende des Deutschen Diabetikerbundes), Dr. Thomas Günther (niedergelassener Internist und Diabetologe), Dr. Christina Schwuchow (Allgemeinmedizinerin)

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