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„Erziehungszeiten” – Dr. Herr fordert die stärkere Berücksichtigung der Erziehungszeiten bei Altersversorgung und größere Anerkennung für diese Aufgabe

Deutschland. „Wir müssen die Familien stärken! Kindererziehung ist eine wertvolle und gesellschaftlich bedeutsame Aufgabe, die auch durch Staat und Gesellschaft gewürdigt werden muss“, stellte der CDU – Landtagsabgeordnete Dr. Norbert Herr klar. Nach seiner Ansicht müssten die Jahre, die Eltern in Kindererziehung investieren und damit ihre Erwerbsbiographie unterbrechen, bei dem Rentenanspruch angerechnet bekommen. „Die bisherige Ungleichbehandlung der Kindererziehung gegenüber der Erwerbsarbeit bei der Rentenberechnung muss korrigiert werden“, fordert der Fuldaer Landtagsabgeordnete.

So könnten während der Kindererziehung die Dienstjahre bei Beamten weiterlaufen bzw. die Anwartschaft bei der gesetzlichen Rente stärker aufgewertet werden. Nach der geltenden Regelung werden Erziehungszeiten bei der Rente deutlich geringer angerechnet als Erwerbstätigkeit. Vor allem Frauen, die sich mehrheitlich der Kindererziehung widmen, sind gegenüber berufstätigen Frauen, die ihre Kinder betreuen lassen, deutlich im Nachteil.

„Es kann nicht sein, dass hohe Investitionen aus Steuergeldnern in Kinderbetreuung (neu U3) getätigt werden, um die Erwerbstätigkeit der Frauen zu ermöglich, und gleichzeitig aber Frauen, die sich für die Kindererziehung entscheiden, benachteiligt werden“, so Dr. Herr und führt weiter aus, dass die Nichtinanspruchnahme der öffentlichen Einrichtungen für Kinderbetreuung dem Staat Geld spare. „Somit werden diese Mütter doppelt ungleichbehandelt.“

Die hohen Investitionen in Kinderbetreuung (bspw. U3) ermöglichen den berufstätigen Frauen lange Arbeitsbiographien und damit dank Steuergeldern eine höhere Altersversorgung. Wohingegen aber die Erziehungszeiten die Erwerbsbiographien der Frauen verkürzen und damit zu niedrigeren Altersversorgungen führen. Hinzu kommt noch, dass diese Frauen durch die Nichtinanspruchnahme der öffentlichen Einrichtungen, der öffentlichen Hand Mittel erspart haben. „Diese Frauen werden doppelt zur Kasse gebeten!“ stellt der CDU – Politiker heraus.

Andere Länder wie Frankreich, das die höchste Geburtenrate in Europa aufweist, nimmt eine solche Ungleichbehandlung nicht vor und bewertet stattdessen die Erziehungszeit bei der Altersversorgung stärker. „Es ist eine grundsätzliche Neuausrichtung der Politik nötig! Jetzt muss die CDU in der Familienpolitik Flagge zeigen“ fordert Dr. Norbert Herr.

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